Der Porsche Panamera schnurrt wie ein Kätzchen. Eigentlich sind nur die Laufgeräusche der Reifen zu hören. Dabei leistet der Motor stolze 360 Kilowatt. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 300 Kilometer pro Stunde, das Drehmoment bei atemberaubenden 770 Newtonmetern. Nach 450 Kilometern sind die Energievorräte an Bord aufgebraucht. Dann muss die Batterie geladen werden. Denn dieser spezielle Panamera ist ein reines Elektroauto, umgebaut von Johann, Markus und Philipp Kreisel, Brüdern aus dem oberösterreichischen Städtchen Freistadt.


Panamera
Elektro-Panamera mit Allradantrieb und 340 kW Leistung (Bild: Kreisel)

Batteriezellen stammen aus Japan

Der Motor ist ein Serienmodell, die Elektronik teilweise hausgemacht. Entscheidend aber ist die Batterie, die die Kreisels selbst entwickelt haben. Die Lithium-Ionen-Rundzellen kauften sie beim südkoreanischen Hersteller Samsung ein. Ähnliche Zellen von Panasonic verwendet auch der amerikanische Elektroautohersteller Tesla. Doch dessen 85-Kilowatt-Batterie wiegt 100 Kilogramm mehr als die der Österreicher, die auf 510 Kilogramm kommt. Für das sensationelle Leistungsgewicht machen die Brüder zum einen ihre selbstentwickelte Lasertechnik zur Verbindung der einzelnen Zellen verantwortlich. Diese reduziere den inneren Widerstand des Kraftpakets und damit die Verluste.

Wärmepumpe schont den Akku

Zum anderen, und das dürfte entscheidender sein, haben sie ein Aggregat eingebaut, das sonst niemand hat: Eine kleine Wärmepumpe. Die sorgt dafür, dass die Zellen bei einem Kaltstart kurzzeitig erwärmt werden. Im Fahrbetrieb wird die bivalente Wärmepumpe zum Kühlsystem, das eine Überhitzung der Zellen verhindert. Als Wärmeübertragungsmittel fungiert eine elektrisch nicht leitende Flüssigkeit. Das steigert die Kapazität und erhöht die Lebensdauer. Die Kreisel-Brüder beteuern, ihr Akku überstehe 400.000 Kilometer. Im Frühjahr 2017 wollen sie in Österreich eine Batteriefabrik für Akkus mit einer Gesamtkapazität von 800.000 Kilowattstunden pro Jahr eröffnen. Die Produktionskosten sollen bei weniger als 200 Euro pro Kilowattstunde liegen.


Ein paar Stunden Ladezeit

Der Elektromotor des Kreisel-Panamera ist an der gleichen Stelle montiert, an der sonst das Benzinaggregat rumort. Die Batterie sitzt im Mitteltunnel und dort, wo sich sonst der Benzintank befindet. Es geht also kein Platz verloren. Das Gesamtgewicht steigt allerdings um 200 Kilogramm auf 2,2 Tonnen. Wer Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigungsvermögen ausreizt wird wohl nach weit weniger als 450 Kilometern zum Ladegerät fahren müssen. Das hat eine Leistung von 22 Kilowatt, lässt sich also überall dort installieren, wo 380-Volt-Drehstrom zur Verfügung steht, wie ihn Elektroherde und Durchlauferhitzer benötigen. Ein paar Stunden dauert es dann schon, ehe die Fahrt weitergehen kann.

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1 Kommentar

  1. josef

    14. Juni 2016 at 10:10

    der unterschied zwischen Kilowatt und Kilowattstunde sollte eigentlich bekannt sein…wie man die Entladezeit einer Batterie bei gegebener Leistung berechnet ebenfals…

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