Gerade in dicht besiedelten Innenstädten mit viel Verkehr ist die Luftverschmutzung oftmals ein Problem. In einigen deutschen Städten wurden daher sogar schon Fahrverbote verhängt. Um die Feinstaubbelastung zu reduzieren, gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Ansätze. Zum einen kann versucht werden, die Entstehung der Luftverschmutzung zu verhindern – beispielsweise eben durch Fahrverbote. Es ist aber auch möglich, die Luft zu reinigen. Am einfachsten geht dies durch Bäume und andere Pflanzen. Allerdings gibt es teilweise schlicht nicht genug Platz, um die benötigten Pflanzungen zu realisieren. Hier kommt nun das deutsche Startup Green City Solutions ins Spiel: Die Firma hat in Berlin den ersten serienreifen künstlichen Baum präsentiert. Zu finden sind die Exemplare vor der Shopping-Mall Bikini Berlin.


Bild: „obs/Green City Solutions“

Aus dem Feinstaub wird unschädliche Biomasse

Was aber ist genau unter einem künstlichen Baum zu verstehen? Von außen betrachtet handelt es sich zunächst einmal um eine Holzkonstruktion, die entfernt an ein Toilettenhäuschen erinnert. Im Inneren befinden sich allerdings keine sanitären Anlagen, sondern Moos. Wird nun verschmutzte Luft durch das Gehäuse geleitet, erfüllen die Moose eine Filterfunktion und machen aus dem Feinstaub unschädliche Biomasse. Diese Fähigkeit musste den Pflanzen nicht erst beigebracht werden. Stattdessen erfüllen Moose diese Aufgabe bereits seit Millionen von Jahren. Die Leistung der sogenannten CityTrees besteht also vor allem darin, die nützlichen Pflanzen an den richtigen Orten zum Einsatz zu bringen. In den nächsten Monaten sollen die künstlichen Bäume nun auch an zahlreichen weiteren hoch frequentierten Standorten in Berlin zum Einsatz gebracht werden.

Die Kosten liegen deutlich höher als bei klassischen Bäumen

Ganz neu ist die Idee mit den künstlichen Bäumen allerdings nicht. Schon im Jahr 2015 wurden beispielsweise in Oslo Vorgängermodelle installiert. Damals handelte es sich allerdings noch um Prototypen zu Testzwecken. Tatsächlich kam es teilweise auch zu unerwarteten Problemen. So vertrocknete manchmal ein Teil des Mooses. Bei dem nun präsentierten serienreifen CityTree soll dies nun nicht mehr vorkommen. Dafür sorgen unter anderem integrierte Sensoren, die direkt die Wasserzufuhr steuern. Solche und ähnliche technische Spielereien haben allerdings auch ihren Preis: Ein CityTree kostet rund 39.000 Euro. Deutlich günstiger ist es hingegen, ganz klassisch einen Baum zu pflanzen. Dabei fallen für Aufzucht und Pflanzung lediglich Kosten im niedrigen vierstelligen Bereich an. Auch deshalb dürften die künstlichen Bäume nur dort eine Alternative sein, wo keine echten Bäume gepflanzt werden können.


Via: Green City Solutions

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