Die Autoindustrie hat aktuelle gleich mit einer ganzen Reihe an Problemen zu kämpfen. So hat ein Mangel an Computerchips die Bänder bei zahlreichen Autobauern zumindest teilweise zum Stillstand gebracht. Gleichzeitig sorgen steigende Preise für wichtige Rohstoffe dafür, dass die Margen bei Elektroautos unter Druck geraten. Von alledem vollkommen unbeeindruckt zeigt sich allerdings der Tesla-Konzern. Denn dieser vermeldete im zweiten Quartal einen Gewinn von mehr als einer Milliarde Dollar. Noch beeindruckender: Das Geld wurde in erster Linie mit dem Kerngeschäft – also dem Verkauf von Autos – verdient. Dies ist bei Tesla in der Vergangenheit nicht immer so gewesen. So basierten die gemeldeten Gewinne oftmals zu einem nicht unerheblichen Teil auf dem Verkauf von CO2-Zertifikaten oder gar auf Bitcoin-Spekulationen. Doch inzwischen sind es tatsächlich die Autos, die dem Konzern das Geld einbringen.


Bild: Tesla

So macht man Gewinn: Der Umsatz steigt und die Kosten sinken

Doch wie ist es Tesla gelungen, allen Problemen der Branche zu trotzen und Rekordgewinne im Kerngeschäft einzufahren? Experten sehen den Grund dafür in einer technologischen Neuerung bei den verbauten Batterien. Dies scheint zumindest nicht vollkommen abwegig zu sein. Immerhin handelt es sich um den mit Abstand teuersten Teil eines Elektroautos. Tatsächlich hat Tesla im vergangenen Quartal den Umsatz erheblich gesteigert – um 1,6 Milliarden Dollar auf jetzt 10,2 Milliarden Dollar. Es wurden also mehr Autos verkauft. Gleichzeitig konnten die operativen Kosten aber sogar reduziert werden. Dies spricht dafür, dass es dem Autobauer gelungen ist, an einer Stelle erhebliche Einsparungen zu realisieren. Hier kommen dann wieder die Batterien ins Spiel. Denn bei der Basisvariante des Model 3 setzt Tesla auf Eisen-Phosphat-Batteriezellen des chinesischen Herstellers CATL. Die positive Elektrode besteht dabei aus Eisenphosphat und nicht wie sonst üblich aus Kobaltoxid.

Eisen-Phosphat-Batteriezellen bringen mehrere Vorteile mit sich

Dies bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich. So sind die Batterien in der Regel deutlich robuster. Außerdem müssen kaum giftige Schwermetalle oder Rohstoffe aus Konfliktregionen verwendet werden. Hinzu kommt: Die so gebauten Batterien lassen sich vollständig recyceln. Allerdings gibt es entsprechende Batterien bereits seit den 1990er Jahren. Der ganz große Durchbruch ist bisher aber ausgeblieben. Der Grund: Klassische Eisen-Phosphat-Batteriezellen verfügen über eine niedrigere Energiedichte. Somit müssten für die gleiche Leistung mehr Zellen verwendet werden, was die Kosten in die Höhe treibt. Tesla scheint es mit seinem chinesischen Partner nun aber gelungen zu sein, diesen Nachteil zumindest soweit zu reduzieren, dass er gegenüber den Vorteilen nicht mehr ins Gewicht fällt. Damit setzt Tesla einen Trend aus der Vergangenheit fort. Denn schon vor rund drei Jahren stellten deutsche Experten überrascht fest, dass der Konzern den Kobaltanteil in seinen Batterien massiv gesenkt hatte. Einer Bloomberg-Studie zufolge war Tesla der Konkurrenz damit einige Jahre voraus. Nun scheint dem Elektroautopionier ein weiterer wichtiger Schritt gelungen zu sein.


Via: Wiwo

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