Die Deutsche Post hat vergleichsweise früh mit der Elektrifizierung ihrer Lieferwagen begonnen. Das börsennotierte Unternehmen übernahm dafür sogar eigens das Aachener Startup Streetscooter und produziert seitdem selbst Lieferfahrzeuge mit Elektromotor. Um damit aber tatsächlich Geld zu verdienen, müssen diese auch an Kunden außerhalb des eigenen Konzerns verkauft werden. Bisher läuft dies aber noch eher schleppend. Das Startup Arrival, das ebenfalls elektrische Lieferfahrzeuge produziert, konnte hingegen nun einen Großauftrag vermelden: Der Logistikdienstleister UPS hat 10.000 Elektro-Lieferwagen bestellt – und sich eine Option auf noch einmal dieselbe Zahl an Fahrzeugen gesichert. Im Gegenzug hat Arrival zugesichert, die Wagen individuell auf die Bedürfnisse des Logistik-Unternehmens zuzuschneiden. Die Auslieferung ist in den Jahren 2020 bis 2024 geplant.


Bild: UPS

Im Depot sollen autonome Fahrten möglich werden

Schon seit dem Jahr 2017 testet Arrival seine Elektro-Lieferwagen in Zusammenarbeit mit der britischen Royal Mail. In der ersten Generation besaßen die Fahrzeuge eine Reichweite von 160 Kilometern. Zusätzliche Fahrzeit konnte zudem durch ein Not-Aggregat mit Verbrennungsmotor gewonnen werden. Diese Option wurde bei der zweiten Generation der Lieferwagen allerdings gestrichen. Es handelt sich nun also um reine Elektroautos. Dafür sind die Fahrzeuge jetzt mit einem „Advanced Driver-Assistance System“ ausgestattet. Autonome Fahrten auf öffentlichen Straßen sind damit zwar noch nicht möglich. Zumindest in den Depots von UPS könnten die Lieferwagen aber Strecken ohne menschlichen Fahrer zurücklegen. Dies dürfte die Abläufe und Prozesse dort enorm vereinfachen. Noch befindet sich die Entwicklung aber im Anfangsstadium. Erste Probeläufe sollen in diesem Jahr beginnen.

UPS beteiligt sich an dem Startup

Interessant ist zudem, dass UPS nicht einfach nur als Kunde von Arrival auftritt. Stattdessen beteiligt sich der Konzern auch an dem Startup. Über die finanziellen Konditionen dieses Deals ist bisher noch nichts bekannt geworden. Es handelt sich aber um eine Minderheitsbeteiligung. Anders als die Deutsche Post – und ähnlich wie etwa auch Amazon – wird UPS also selbst keine Elektro-Fahrzeuge produzieren. Dennoch ist es kein Zufall, dass immer mehr Paketdienste auf den Elektroantrieb setzen. Denn dies spart nicht nur Betriebskosten, sondern verursacht in den Städten auch weniger Lärm und Abgase. Dies wiederum könnte helfen, Fahrverbote und ähnliche drastische Maßnahmen zu vermeiden. Ein Problem wird allerdings auch durch den Elektromotor nicht gelöst: Die Verkehrssituation gerade in den Innenstädten wird auch weiterhin angespannt bleiben.


Via: UPS

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