Die Energiewende könne gelingen. Mit Eisen! In Pulverform brennt es schlagartig ab, sobald es mit Luft in Berührung kommt. Das Eisen oxidiert und verwandelt sich in Rost. Dabei entsteht sehr viel Wärme. Studenten der Zechnischen Universität Eindhoven haben einen Brenner entwickelt, in dem sie Eisen verfeuern. Die entstehende Wärme nutzen sie, um mit einem Stirlingmotor, an den ein Generator angeflanscht ist, Strom zu erzeugen. Der Prototyp hat eine Leistung von 20 Kilowatt.


Foto: TU/e, Bart van Overbeeke

Das Kohlendioxidproblem ist gelöst

Das Besondere an diesem Verbrennungsprozess: Es entsteht nicht die Spur von Kohlendioxid, das für die Erderwärmung verantwortlich ist. Endprodukt ist schlichter Rost. Der lässt sich in Eisen zurückverwandeln. Dazu benötigt man Wasserstoff, der dem Eisenoxid, so die korrekte Bezeichnung für Rost, den Sauerstoff entzieht. Es bilden sich Wasser und Eisen, das erneut verbrannt werden kann.

Den Wasserstoff gewinnen die Niederländer per Elektrolyse. Wenn das Gerät mit Strom aus „grünen“ Quelle, etwa Wind, Sonne und Wasser, betrieben wird, entstehen auch hier keine Schadstoffe oder klimaschädlichen Gase.


Rost wird mit Wasserstoff recycelt

An Eisen wird es auch nicht mangeln, wenn großtechnische Anlagen gebaut werden. Es gehört zu den am weitesten verbreiteten Elementen auf der Erde. Und wenn einmal die Grundausstattung da ist wird kein weiterer Nachschub mehr benötigt, weil der Rost recycelt wird. Die Studenten sind sicher, dass der Bau von Großanlagen keine Probleme bereitet. Zunächst wollen sie einen 100-Kilowatt-Brenner bauen, der Dampf für einen Turbogenerator erzeugen soll. Dazu suchen sie einen Industriepartner.

Die Kosten für Eisenstrom liegen nach Schätzungen der Entwickler deutlich über denen etwa von Strom aus fossilen Kraftwerken. Würde allerdings die vermiedenen Emissionen von Kohlendioxid einberechnet könne der Eisenstrom schon in die Nähe der Wirtschaftlichkeit kommen.

Beitrag zur deutschen Energiewende?

Die Entwicklung ist vor dem Hintergrund der Energieversorgung der Niederlande zu sehen. Die Erdgasförderung wird in den nächsten Jahren drastisch reduziert, weil es im Raum Groningen – hier befindet sich eine der weltgrößten Erdgaslagerstätten – regelmäßig zu beängstigenden Erdbeben kommt. Aus diesem Grund hat die niederländische Regierung beschlossen, die Förderung im Jahr 2030 zu beenden.

Übrigens: Auch die deutsche Energiewende könnte mit Strom aus Eisen leichter gelingen.

via TU Eindhoven

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5 Kommentare

  1. Jan

    19. September 2018 at 18:46

    Gibt es dazu auch eine Quelle oder einen Link für mehr Informationen?

  2. Alexander Trisko

    19. September 2018 at 18:49

    Natürlich. Ich habe die Quelle nachgetragen.

  3. David Kummer BGE

    20. September 2018 at 06:21

    Ein Kreislauf ist immer teuerer wie eine einmalige Nutzung.
    Wenn wir hier zB mal die Kosten vergleichen würden, die ein Kohlenstoffkreislauf mit einem Eisenkreislauf hat.

    Eisen->O2->Rost->H2>H2O,Eisen
    Methan->O2>CO2,H2O->Methan

    Die Frage ist doch nun, bei welchem Prozess sind die Kosten niedriger. Vorraussetzung ist natürlich, das der Kreislauf zu 100% stattfindet und zur Spaltung von H2O immer Erneuerbare Energie eingesetzt wird.

  4. David Kummer BGE

    20. September 2018 at 06:24

    Mir kommt noch ein anderer Gedanke,
    Würde das Konzept auch in der Resyglingindustrie funktionieren, um Metalle von einander zu trennen?

  5. Hubert

    20. September 2018 at 14:17

    es geht in die richtige Richtung 😉

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