Dass Wälder im Kampf gegen den Klimawandel nützlich sein können, ist schon länger bekannt. Denn Bäume nehmen im Laufe ihres Lebens CO2 auf und wirken so wie ein riesiger natürlicher Speicher für das Klimagas. Bisher war allerdings nicht ganz klar, wie groß das Potential dieses Ansatzes wirklich ist. Dies ändert nun eine Studie des Ökologen Jean-Francoise Bastin. Dieser hat gemeinsam mit einigen Kollegen untersucht, wo auf der Welt überhaupt noch Platz für zusätzliche Wälder ist. Die gesuchten Flächen mussten zwei Bedingungen erfüllen. Zum einen wurde auf die klimatischen Bedingungen geachtet. Die Bäume sollten dort also von alleine und auf natürliche Art und Weise wachsen können. Außerdem werden menschliche Siedlungen und landwirtschaftliche Flächen anderweitig benötigt. Sie können also auch nicht aufgeforstet werden.


Zwei Drittel aller menschlichen Emissionen könnten gespeichert werden

Von den rein theoretisch zur Verfügung stehenden 4400 Millionen Hektar bleiben somit noch 900 Millionen Hektar übrig, auf denen neue Wälder angelegt werden könnten. Mehr als die Hälfte des so ermittelten Aufforstungspotentials konzentriert sich zudem auf nur sechs Länder: Russland, die USA, Kanada, Australien, Brasilien und China. Gleichzeitig haben die Forscher auch berechnet, wie sich eine solche massive Aufforstung auf den Kampf gegen den Klimawandel auswirken würde. Ihr Ergebnis: Sobald die neuen Wälder einmal vollständig herangewachsen sind, würden sie 205 Milliarden Tonnen CO2 speichern. Dies sind etwas mehr als zwei Drittel aller jemals vom Menschen verursachten CO2-Emissionen. Eine schnelle Lösung sind neue Wälder aber nicht: Der Zeitrahmen bewegt sich je nach Waldtyp zwischen dreißig und sechzig Jahren.


Noch werden mehr Bäume zerstört als gepflanzt

Soweit die erfreulichen Nachrichten. Ein Problem gibt es allerdings noch: Bisher ist die Menschheit in die falsche Richtung unterwegs. Es werden also keine neuen Wälder angelegt, sondern die Zahl der Bäume weltweit sinkt sogar. Schätzungen zufolge reduziert sich der weltweite Baumbestand jedes Jahr um zehn Milliarden Stück. Die Forscher rund um Bastin hoffen nun, dass ihre Ergebnisse dazu beitragen können, diesen Trend umzukehren. Denn erstmals wurde nun konkret berechnet, wie viel Potential in Sachen Klimaschutz die Aufforstung freier Flächen tatsächlich besitzt. Die Wissenschaftler mahnen allerdings zur Eile: Hat die Erderwärmung erst einmal Fahrt aufgenommen, reduzieren sich auch die Flächen, die klimatisch für das Anlegen neuer Wälder geeignet sind. Wo sich bereits heute Wälder befinden, lässt sich auf einer interaktiven Karte herausfinden.

Via: Science

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1 Kommentar

  1. Heine

    5. Juli 2019 at 10:04

    Die Samen der Bäume sollten eigentlich immer dort wachsen wo sie aufbrechen. Von alleine. Denn da werden sie gebraucht. Auch wenn sie vielleicht dann nicht ständig Wasser hätten, sie geben dort Luft, die Gute, wo sie wirklich für die Regeneration des Klimas gebraucht werden. … Aber nein; sie werden ja ständig beim Mähen den Grases mitvernichet. Das ist echt traurig. … Das sehe ich immer wenn ich spazieren gehe. … Klar, manche Bäume würden dann sicher „verkehrt“ stehen; allerdings braucht die Erde auch gewisse Natürlichkeit. !!! Auch in Städten.!!

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