Harnwegsinfektionen sind eine recht schmerzhafte Angelegenheit, lassen sich in der Regel aber mit Antibiotika sehr gut behandeln. Auch hier droht aber auf lange Sicht die Gefahr einer zunehmenden Resistenz der Bakterien. Schon heute muss regelmäßig ein zweites Antibiotika zum Einsatz kommen, um die Infektion effektiv zu bekämpfen. Indische Wissenschaftler des „Birla Institute of Technology and Sciences“ haben deswegen nun auf ein traditionelles Heilmittel zurückgegriffen: Knoblauch. Dieser soll nicht nur Vampire verjagen können, sondern wird auch schon seit der Antike zur Behandlung von Krankheiten genutzt. Tatsächlich konnten die Forscher nachweisen, dass Knoblauch gegen eine erhebliche Zahl an resistenten Bakterien Wirkung erzielte.


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Auch antibiotikaresistente Bakterien konnten bekämpft werden

Verantwortlich dafür ist die Aminosäure Alliin, die, wenn die Zellstrukturen des Knoblauchs zerstört werden, zu Allicin wird. Allicin wiederum ist nicht nur für den typischen Knoblauchgeruch verantwortlich, sondern besitzt auch zelltötende Eigenschaften. Seit längerem wird daher nach Möglichkeiten gesucht, den Wirkstoff beispielsweise auch in der Krebstherapie einzusetzen. Die indischen Forscher aber konzentrierten sich auf die Harnwegsinfektionen. Dafür untersuchten sie den Urin von Betroffenen und isolierten insgesamt 166 Bakterienstämme, die eine Harnwegsinfektion auslösten. Immerhin 56 Prozent davon wiesen eine gewisse Antibiotikaresistenz auf. In ihrer Studie stellten die Forscher nun fest, dass immerhin 82 Prozent der resistenten Bakterienstämme auf eine Behandlung mit Allicin ansprachen.


Jedes Jahr fallen mehrere Milliarden Dollar an Behandlungskosten an

„Um es zusammen zu fassen, es gibt einen Nachweis, dass Knoblauch ein Potential zur Behandlung von Harnwegsinfektionen und möglicherweise anderen mikrobiellen Infektionen besitzt“, schreiben die Wissenschaftler in der veröffentlichten Studie. Weitere Untersuchungen müssten aber noch zeigen, ob sich eine praktische Umsetzung tatsächlich realisieren lasse. Der potentielle Markt jedenfalls ist ziemlich groß. Weltweit wird jährlich bei rund 150 Millionen Menschen eine Harnwegsentzündung diagnostiziert. Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Behandlungskosten auf mehrere Milliarden Dollar summieren.

Via: Digital Journal, researchsea

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