Die Corona-Pandemie verstärkte einen ohnehin schon lange anhaltenden Trend: Immer mehr Leute greifen bei kurzen und mittleren Distanzen auf das Rad zurück. Die Infrastruktur kann damit in vielen Fällen allerdings noch nicht Schritt halten. So merkt man in vielen Städten, dass die Stadtplaner in erster Linie die Autofahrer im Blick hatten. Während der Corona-Krise mussten daher teilweise sogar Popup-Radwege installiert werden. Inzwischen sind diese in den meisten Fällen aber wieder verschwunden. Im besten Fall könnten sie nun durch langfristige Lösungen ersetzt werden. Denn das Bundesverkehrsministerium hat das Förderprogramm „Stadt und Land“ gestartet. Darin enthalten sind bis zu 660 Millionen Euro für neue und bessere Radwege. Mittelfristig soll so ein möglichst lückenloses Netz aufgebaut werden, das auch weiter entfernte Kommunen miteinander verbindet.


Nach einem Monat gelten die Projekte automatisch als genehmigt

Ähnliche Förderprogramme gab es allerdings auch schon in der Vergangenheit. Damals allerdings machten komplizierte Anträge und unübersichtliche Vorgaben den meisten Antragsstellern das Leben schwer. Deswegen hat die Bundesregierung diesmal den Spieß umgedreht: Die Länder sammeln die geplanten Projekte bei den Kommunen ein und reichen diese an das Bundesamt für Güterverkehr weiter. Die Beamten dort haben dann einen Monat Zeit Einsprüche anzumelden. Geschieht dies nicht, gelten die Anträge automatisch als genehmigt. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass das Geld schnell und unbürokratisch ausgezahlt wird. Gefördert werden zudem nicht nur klassische Radwege. Stattdessen kann das Geld etwa auch für Unterführungen, Radkreuzungen, Fahrradparkhäuser oder zur Einrichtung von speziellen Fahrradzonen verwendet werden. All dies kann dazu beitragen, das Leben von Radfahrern zu erleichtern.


Schutzstreifen am Straßenrand stehen in der Kritik

Der Radfahrerverband ADFC begrüßt das Programm der Bundesregierung grundsätzlich und hält auf die finanzielle Ausstattung zunächst für ausreichend. Einen Kritikpunkt haben die Experten allerdings. Denn bisher werden nicht nur räumlich von der Straße getrennte Radwege gefördert. Stattdessen sollen auch hunderte Kilometer an sogenannten Schutzstreifen am Straßenrand entstehen. Hier gibt es keine physische Barriere zwischen Autos und Fahrrädern, weshalb unklar ist, ob dadurch die Sicherheit der Radfahrer tatsächlich verbessert wird. Grundsätzlich wünscht sich die Politik eine Zunahme des Radverkehrs sowohl in den Städten als auch auf dem Land. Denn dadurch können gleich zwei politische Ziele erreicht werden. So kann das Rad auf einigen Strecken das Auto ersetzen und so helfen, CO2-Emissionen zu vermeiden. Gleichzeitig fördert die Nutzung des Fahrrads aber auch die Gesundheit der Bevölkerung.

Via: Der Spiegel

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