Am ersten Adventswochenende wehte in Hannover ein neuer Wind: Jeder, der wollte, durfte Bus und Bahn nutzen, ohne dafür einen Cent zu bezahlen. Der öffentliche Nahverkehr wurde dafür enger als sonst getaktet, um sämtliche Passagiere pünktlich ans Ziel zu bringen. Das Ergebnis: Viele Menschen ließen tatsächlich ihr Auto stehen und nutzten den ÖPNV.


<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" title="Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0">CC BY-SA 3.0</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=507628">Link</a>
CC BY-SA 3.0, Link

Ein neues Mobilitätskonzept für Hannover muss her

Die Kosten dieser kurzen Aktion beliefen sich auf 600.000 Euro, eine Summe, die, wenn man sie auf ein Jahr hochrechnet, ungeheuerlich erscheint. Auch Regiobus beteiligte sich mit Gratis-Verbindungen ins Umland der Stadt, sodass die Hannoveraner zum Advent eine große Auswahl an Ausflugszielen erwartete. Die Initiatoren verbuchen das Probe-Wochenende als Erfolg, möchten sich aber nicht darauf festlegen, irgendwann in Zukunft den Hannoveraner Nahverkehr für immer kostenlos anzubieten. Eher geht es ihnen darum, ein neues Mobilitätskonzept für ihre Stadt auszuarbeiten und dafür alle Möglichkeiten auszutesten. Der »neue ÖPNV« muss schließlich von den Einwohnern fleißig angenommen werden, darum geht es auch um die Verbesserung der Pünktlichkeit und der Streckenplanung.

Die Veränderungen müssen ineinandergreifen

»Verkehrswende« heißt das Zauberwort, das hier die Köpfe zum Rauchen bringt. Gutachter und Marktforschungsinstitute mischen dabei mit, Passagiere wurden nach ihren Wünschen und Erfahrungen befragt. Die Fahrradwege hat die Stadt Hannover bereits verbessert, auch das Park-and-Ride-System hat ein Upgrade erhalten. Sämtliche Veränderungen sollen ineinandergreifen, vielleicht ist auch bald ein zumindest verbilligter Nahverkehr »dran«. Müsste ein Ein-Zonen-Fahrschein nicht zumindest günstiger sein als ein Parkticket?


Nächstes Wochenende gratis Nahverkehr bei der BOGESTRA

Am 21. Dezember geht der Staffelstab weiter an die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG. Dann darf dort gratis im öffentlichen Nahverkehr herumgekurvt werden. Bedenken sollten wir allerdings, dass es nichts wirklich kostenlos gibt, denn irgendwer wird Bus und Bahn immer bezahlen müssen. Im Zweifelsfall ist das wohl ganz allgemein der Steuerzahler.

Quelle: deutschlandfunkkultur.de

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. Olaf Barheine

    14. Dezember 2019 at 14:17

    Äh, Karlsruhe? An den Adventssamstagen ist auch hier der ÖPNV kostenlos. Warum da nun ausgerechnet um Hannover ein solches Bohei gemacht wird, erschließt sich mir nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.