Schon seit längerem wird versucht, den Anteil der fossilen Brennstoffe im Autotank zu verringern. Seit einiger Zeit kann daher an deutschen Tankstellen beispielsweise E10 getankt werden. Der Kraftstoff besteht dann zu immerhin zehn Prozent aus Bio-Ethanol – das etwa aus Zuckerrüben, Raps oder Getreide gewonnen wird. Doch der Einsatz ist nicht unumstritten. Denn zum einen wird eine teilweise intensive Tank-oder-Teller-Debatte geführt. Es wird also befürchtet, dass zur Produktion von Bio-Ethanol landwirtschaftliche Flächen verwendet werden, auf denen sonst Nahrungsmittel angebaut würden. Zum anderen stellt Ethanol eine Belastung für Teile des Motors dar. Längst nicht alle Fahrzeuge auf den deutschen Straßen dürfen daher überhaupt E10 tanken. Britische Forscher könnten nun eine Lösung gefunden haben.


Die Frage „Tank oder Bierglas?“ dürfte sich zum Glück nicht stellen.

Das neue Herstellungsverfahren ist deutlich günstiger als bisherige Ansätze

Sie nahmen klassisches Bier mit einem Alkoholgehalt von rund fünf Prozent. Dieses Bio-Ethanol filterten sie heraus und wandelten es schließlich durch ein einfaches petrochemisches Verfahren in Butanol um. Der Vorteil: Butanol eignet sich deutlich besser für den Einsatz in Motoren und muss nur noch vergleichsweise wenig modifiziert werden, um als Kraftstoff genutzt zu werden. Bisher allerdings waren die Kosten für die industrielle Produktion von Butanol noch zu hoch. Das neue Verfahren hingegen könnte einen Ansatz für eine kostengünstige und großflächige Herstellung bieten. Forschungsleiter Duncan Wass geht davon aus, dass bereits in rund fünf Jahren die Industriereife der Methode erreicht sein könnte. Dies wäre Voraussetzung, um den Bio-Anteil in den Tanks unserer Autos weiter zu erhöhen.

Bier wurde lediglich in der Entwicklungsphase verwendet

Eher unwahrscheinlich ist allerdings, dass dann tatsächlich auch Bier als Grundstoff genommen wird. Zwar klagen viele Brauereien über einen Preisverfall, aber der Gerstensaft dürfte dennoch zu teuer sein, um daraus Bio-Kraftstoff zu gewinnen. Wass gibt in diesem Punkt auch bereits Entwarnung: Zwar sei das Verfahren mit Bier entwickelt worden, es lässt sich aber auch auf andere Rohstoffe übertragen. Vermutlich dürften daher auch zukünftig vor allem bestimmte Pflanzen und der entstehende Gärungsprozess als Basis für die Etanol-Produktion dienen. Anschließend wird daraus dann das deutlich besser geeignete Butanol gewonnen. Im Idealfall kann durch den neuen Ansatz die Belastung des Klimas durch den Straßenverkehr signifikant gesenkt werden.

Via: University of Bristol


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