Ein Wald, das sind einfach nicht nur viele Bäume. Bei genauer Betrachtung handelt es sich auch nicht um einen hochgezüchteten Agrarforst, sondern um eine Wildnis, in der die Natur schaltet und waltet, wie sie will. Also im Grunde das Gegenteil einer Stadt, und doch nähert sich in Darmstadt beides einander an: Zum Wohl der Umwelt und der Menschen.


Ein wilder Wald in der Stadt? Darmstadt geht einen Schritt voran

Eine Wildnis in der Stadt, geschaffen von Menschenhand

Auf dem Darmstädter Firmengelände von Alnatura entsteht ein echter Wald, zwar im Kleinformat, doch so, wie ihn normalerweise die Natur selbst schafft. Diesmal jedoch haben bei der Entstehung mal wieder die Menschen die Hand im Spiel. Sie tragen den Boden ab, füllen die entstandenen Löcher mit organischen Materialien und Kompost auf. Sie bringen Setzlinge verschiedener Arten ein, drei bis vier von ihnen auf einem Quadratmeter. Der Boden wird dick gemulcht, Laub und Stroh bilden eine dichte Decke, unter der die Wurzeln prächtig gedeihen können. Unter diesen idealen Bedingungen kann das Gehölz innerhalb von fünf Jahren mehr als mannshoch werden.


Mindestens 36 Arten finden sich im Tiny Forest

Vielleicht bildet dieser Wald den Startschuss für einen neuen Trend, der die Wildnis zurück in die Stadt bringt. Ein sogenannter Tiny Forest benötigt in etwa die Größe eines Tennisplatzes, also 200 Quadratmeter, gern natürlich auch mehr. Er ist kein Waldgarten, kein Agroforst und vor allem kein Stadtpark. Er wächst schnell und dicht, wird von mindestens 36 Arten besiedelt, darunter Schmetterlinge, Bienen, kleine Säugetiere und Vögel. Wege gibt es nicht, eher eine Umzäunung, die dazu dient, das kleine Ökosystem zu schützen. Draußen, direkt davor, jedoch sind Aufenthaltszonen für Menschen angelegt, Bänke und natürlich Wege zum Spazierengehen und Genieße.

Die Artenvielfalt sorgt für eine hohe Resilienz, doch der Wald hat nicht nur sich selbst, sondern auch der Stadt etwas zu bieten: Er entfaltet im Sommer eine kühlende Wirkung und dient den Menschen zur Seelenhygiene. Die folgende Idee steht zumindest im Raum, vielleicht nimmt sie aber auch schon heimlich, in den Köpfen der Entscheider, Gestalt an: ein Netzwerk von Tiny Forests in unseren Städten, Biotope, die uns die Wildnis neu erschließen. In Darmstadt jedenfalls befinden sich schon weitere Mini-Wälder in Planung, für eine Welt, in der die Natur wieder ihren Raum bekommt.

Quelle: permakulturblog.de

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