Spätestens mit dem Weltklimavertrag von Paris sollte klar sein: Das Zeitalter der fossilen Energieträger neigt sich dem Ende entgegen. Zwar wird kein Land von heute auf morgen komplett ohne Öl und Gas auskommen. Langfristig scheint der Umstieg auf eine nachhaltige Energieversorgung aber unumgänglich. Vor diesem Hintergrund ist ein jetzt von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen vorgelegter Bericht durchaus verstörend. Denn darin wiesen die Aktivisten nach, dass die weltweit sechzig größten Bank auch weiterhin massiv in fossile Energieträger investieren. Mehr noch: In den Jahren nach Abschluss des Vertrags stiegen die Summen sogar noch an. Erst die Corona-Pandemie sorgte für einen leichten Einbruch. Auch im Jahr 2020 lagen die investierten Summen aber noch höher als zum Zeitpunkt der Pariser Vereinbarung.


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Zurückhaltung gibt es nur in besonders kritischen Nischen

Einbezogen wurden dabei sowohl direkt von den Banken vergebene Kredite oder Investments als auch Investitionen, die mithilfe von Bankkrediten finanziert wurden. Diese Entwicklung ist durchaus erstaunlich. Denn in den vergangenen Jahren haben auch viele Banken versucht, das Thema Nachhaltigkeit verstärkt in den Fokus der öffentlichen Kommunikation zu rücken. Die verkündeten Maßnahmen bezogen sich aber zumeist nur auf einen sehr kleinen Teil der Aktivitäten. So haben viele Institute Finanzierungen in kritischen Gebieten wie der Arktis ausgeschlossen. Andere wiederum verzichten auf Investitionen in unkonventionelle Fördermethoden. All dies macht aber nur einen sehr kleinen Teil der gesamten Aktivitäten aus. Die Nichtregierungsorganisationen appellieren daher an die Politik und die Öffentlichkeit, hier den Druck auf die Unternehmen zu erhöhen.

Erst das Geld der Banken macht viele Projekte möglich

Denn in der Energiebranche werden in der Regel sehr langfristige Investitionen getätigt. Viele der jetzt gestarteten Projekte werden also noch viele Jahre oder sogar Jahrzehnte laufen. Für den Kampf gegen den Klimawandel ist dies keine gute Nachricht. Für die Aktivisten hinter der Studie steht zudem fest: Die Institute haben den Schlüssel in der Hand, um das Zeitalter der fossilen Energien zu beenden. Sie agieren aber genau gegenteilig. „Die Banken stellen den Sauerstoff bereit, den die fossile Energieindustrie zum atmen benötigt“, erklärt beispielsweise Mark Campanale von der Denkfabrik Carbon Tracker. Kurzfristig mag dies ein durchaus profitables Geschäft sein. Ob dies allerdings auch langfristig so bleiben wird, muss erst noch abgewartet werden. Sich ändernde politische Rahmenbedingungen haben auch in der Vergangenheit schon einige Geschäftsmodelle zerstört.


Via: The Guardian

Komplette Studie: ran

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1 Kommentar

  1. Anonymous

    24. März 2021 at 15:34

    Leute die im Kommerz arbeiten und eine Menge verdienen, leben auf einer anderen Ebene
    und begreifen nicht, wie sehr wir an den Grenzen sind und dadurch können diese Leute3 nicht sehen was Sache ist. Daher machen diese Menschen eben so weiter wie Sie hineingelebt sind, erst wenn es weh tut oder sie an Grenzen stoßen, merken sie auf und bringen selbst Änderungen ein.
    Aber solange nichts frappierendes geschieht und diese Menschen Tag ein und Tag aus Geld bekommen in dem sie es Managen wie es sie die letzten Jahre taten, geschieht gar nichts..

    erst wenn’s hart wird.. und Ihre Welt beinahe zusammen bricht.. und sie Ihren Lotus nicht mehr fahren dürfen oder sie Ihr Geld beinahe verlieren, wenn sie weiter Geschäfte mit Fossilen Energieträger machen, erst dann, ändert sich was.. Weh tun muss es, dann wird aufgemerkt !

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