Jeffrey Straubel gehört zu den wichtigsten Managern in der Geschichte von Tesla. So war er der fünfte Angestellte der Firma und der erste Technologievorstand. In dieser Rolle trug er maßgeblich dazu bei, dass sich der Elektroauto-Pionier einen wichtigen technologischen Vorsprung in Sachen Batteriefertigung sichern konnte. In zahlreichen Patenten des Konzerns ist daher auch sein Name zu finden. Als die Probleme bei der Produktion des Model 3 gelöst waren und Tesla den Sprung in den Massenmarkt geschafft hatte, verabschiedete sich Straubel dann allerdings. Seitdem verfolgt er eine neue Aufgabe: Er will Elektroauto-Batterien im industriellen Stil recyceln und so wertvolle Rohstoffe gewinnen. Schon vor rund drei Jahren hat er daher das Startup Redwood Materials gegründet.


Symbolbild

Einige Rohstoffe werden unter fragwürdigen Bedingungen abgebaut

Eine erste Recyclinganlage steht inzwischen im US-Bundesstaat Nevada. Dort werden die Batterien zunächst von Robotern soweit wie möglich in ihre Einzelteile zerlegt. Anschließend kommen chemische Prozesse zum Einsatz, um die wertvollen Rohstoffe herauszulösen. Denn genau darum geht es Straubel: Er will die Nachfrage nach wichtigen Materialien zukünftig soweit wie möglich durch das Recycling alter Batterien decken. Dies ist insbesondere bei sogenannten Konflikt-Materialien von Bedeutung. So wird für den Bau der Batterien unter anderem Kobalt benötigt. Der Rohstoff wird aber zum größten Teil in der Demokratischen Republik Kongo unter sehr fragwürdigen Bedingungen abgebaut. Redwood Materials ist es inzwischen gelungen, beim Recycling der Elektroauto-Batterien rund neunzig Prozent des ursprünglich verwendeten Kobalts zurückzugewinnen.

Die Kosten für Batterien könnten signifikant sinken

Selbiges gilt auch für andere wichtige Rohstoffe wie Nickel. Das Potenzial für Recyclingfirmen ist jedenfalls gewaltig. Denn alleine Tesla hat im vergangenen Quartal 139.900 Elektroautos auf den Markt gebracht. Noch allerdings ist ein wenig Geduld gefragt. Denn logischerweise müssen die Batterien erst am Ende ihrer Lebensdauer recycelt werden. Aktuell geht es also um die vor zehn oder fünfzehn Jahren verkauften Elektroautos. Die Zahlen sind also noch vergleichsweise gering – dürften in den nächsten Jahren aber stark ansteigen. Zusätzlich könnte sich eine Art positiver Kreislauf etablieren. Denn die benötigten Rohstoffe sind immer noch der Haupttreiber für die Kosten einer Batterie. Sinken diese dank des Recyclings könnten dadurch die Absatzzahlen steigen, wodurch auch die Recyclingfirmen mehr Arbeit bekämen.


Via: Handelsblatt

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