Selbst in den vermeintlich unendlichen Weiten des Weltalls wird langsam der Platz knapp. Weil die Menschheit immer mehr Objekte in den Himmel schießt, steigt die Gefahr von Kollisionen. Bei unbemannten Satelliten kann dies teure Sachschäden zur Folge haben. Noch dramatischer ist es allerdings bei bemannten Objekten. Hier können Zusammenstöße mit anderen Satelliten oder Weltraumschrott sogar tödliche Folgen haben. Dementsprechend nervös reagieren die Behörden weltweit auf entsprechende Gefahrensituationen. Nun droht ein Streit zwischen der chinesischen Regierung und dem privaten US-Raumfahrtunternehmen SpaceX zu eskalieren. Der Hintergrund: Die von Elon Musk geführte Firma hat bisher rund 2.000 Satelliten ins All geschossen, um von dort aus unter dem Namen Starlink überall auf der Erde eine Internetverbindung anbieten zu können. Schon in der Vergangenheit wurde dem Konzern dabei eine gewisse Rücksichtslosigkeit vorgeworfen. Auch einige erfasste Daten deuten in diese Richtung.


Bild: Official SpaceX Photos, CC0, via Wikimedia Commons

Zweimal musste die im Aufbau befindliche Raumstation ausweichen

So erfassen Experten vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics alle aufgrund von Kollisionsgefahr durchgeführten Ausweichmanöver in den erdnahen Umlaufbahnen. Grundsätzlich sind diese in den letzten Jahren immer häufiger notwendig geworden. Seit der Installation von Starlink allerdings hat die Zahl der nötigen Ausweichmanöver noch einmal massiv zugenommen. Den Angaben der chinesischen Behörden zufolge war davon auch die Raumstation Tiangong betroffen. Diese befindet sich aktuell noch im Aufbau und soll im nächsten Jahr voll einsatzfähig sein. Im Juli und Oktober wurden die Arbeiten allerdings gestört, weil sich ein Starlink-Satellit gefährlich näherte. In beiden Fällen musste ein Ausweichmanöver gestartet werden, um das Leben der an Bord befindlichen Astronauten nicht zu gefährden. So zumindest die Darstellung von chinesischer Seite. Diese hat sich nun auch an die UN-Weltraumorganisation gewandt und wirft SpaceX einen Verstoß gegen die international gültigen Weltraumverträge vor.

China verfolgt auch im Weltall ambitionierte Pläne

Gleichzeitig richtet sich die Beschwerde aber auch gegen die US-Regierung. Denn diese ist laut internationalem Recht dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass auch private Unternehmen aus dem eigenen Land die Regeln einhalten. Bisher haben sich weder SpaceX noch die US-Behörden konkret zu den Vorwürfen geäußert. Das US-Außenministerium rief lediglich alle Akteure dazu auf, Handlungen zu vermeiden, die Astronauten in Gefahr bringen könnten. Nun liegt es an der UNO den Konflikt genauer zu untersuchen und ein Urteil zu fällen. Direkte Sanktionen können zwar nicht verhängt werden. Gleichzeitig möchte sich aber auch niemand vorwerfen lassen, systematisch gegen internationales Recht zu verstoßen. Zukünftig drohen zudem weitere ähnliche Konflikte. Denn die chinesische Regierung ist in Sachen Raumfahrt extrem ambitioniert unterwegs. Neben dem Aufbau der eigenen Raumstation steht auch die weitere Erforschung von Mond und Mars im Mittelpunkt der Aktivitäten.


Via: BBC

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