36 Millionen Tonnen Soja importiert die EU pro Jahr, die Herkunftsländer liegen hauptsächlich auf dem amerikanischen Kontinent. Transportwege und hoher CO2-Ausstoß summieren sich, hinzu kommt, dass die Pflanze häufig genetisch verändert ist. Jetzt gerät die gute, alte Ackerbohne wieder ins Visier: Sie fühlt sich in vielen Regionen Europas heimisch und ist äußerst proteinhaltig.


Von <a href=“//commons.wikimedia.org/wiki/User:Rasbak“ title=“User:Rasbak“>Rasbak</a> – <span class=“int-own-work“ lang=“de“>Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 3.0, Link

Bringt das 21. Jh. die Trendwende für die Ackerbohne?

Eignet sich die Ackerbohne als ökologische Alternative zum Import-Soja? Für sie müssen keine Regenwälder abgeholzt werden, sie kann direkt nebenan wachsen und wartet mit hoch proteinreichen Samen auf. Die Saubohne, wie sie auch genannt wird, taugt nicht nur als Viehfutter: Im Mittelmeerraum, zum Beispiel in Spanien und Italien, hat sie sich in bestimmten Gerichten sogar als Delikatesse etabliert. Um die Mitte es 20. Jahrhunderts verschwand die Bohne trotzdem fast vollständig von unseren Äckern, weil die Landwirte an Mais, Raps und Getreide mehr verdienten. Lässt sich der Trend zumindest ein Stück weit umkehren?

Die Vorteile der Hülsenfrucht liegen auf der Hand

Mineralische Stickstoffdünger sind beim Anbau von Hülsenfrüchten überflüssig. Nicht nur die Ackerbohne, sondern auch ihre vielen Anverwandten, versorgen sich aus der Luft mit dem wertvollen Dünger. Sie reichern während ihres Wachstums sogar den Boden mit zusätzlichem Stickstoff an, was für den nachfolgenden Fruchtanbau sehr praktisch ist. Außerdem blüht die Ackerbohne beinahe zwei Monate lang und versorgt dabei Bienen und Hummeln mit vitaminreicher Nahrung. Derzeit arbeiten Fachleute daran, neue Sorten zu züchten, die mehr Ertrag liefern und robuster sind.


Die Inhaltsstoffe Vicin und Convicin führen zu Unverträglichkeiten bei manchen Tieren, aber auch stellenweise beim Menschen: Sie sollen herausgezüchtet oder zumindest im Verarbeitungsprozess eliminiert werden. Vegetarier müssen sich bei Ackerbohnen-Proteinen dann nicht mehr vor Übelkeit, Kopfschmerzen oder gar Blutarmut fürchten. Derzeit nimmt die wertvolle Bohne in Deutschland 50.000 Hektar Ackerfläche ein, das ist nicht mehr als ein Viertelprozent aller zur Verfügung stehenden Felder. Es gibt also noch deutliches Ausbaupotenzial, falls sich die Frucht als neuer, ökologischer Marktrenner erweist.

Quelle: sueddeutsche.de

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