Auch in München ist der Platz in der Innenstadt begrenzt. Die Folge: Es kommt häufig zu Staus und einer hohen Luftverschmutzung. Zudem existiert ein direkter Konkurrenzkampf zwischen Autofahrern, Radfahrern und öffentlichen Verkehrsmitteln. Dabei handelt es sich um ein Nullsummenspiel, weil die vorhandenen Verkehrsflächen aufgrund der Bebauung nicht einfach ausgeweitet werden können. Oder anders ausgedrückt: Sollen bestimmte Verkehrsteilnehmer mehr Platz bekommen, müssen andere dafür Platz machen. Der Münchener Stadtrat hat sich in dieser Frage nun klar positioniert und eine Verkehrswende ausgerufen. Im Kern bedeutet dies, dass die öffentlichen Verkehrsflächen neu aufgeteilt werden sollen – und zwar zugunsten von Radfahrern und öffentlichen Verkehrsmitteln. Die ersten konkreten Maßnahmen sollen bereits Mitte des Jahres beschlossen werden.


Vorfahrt für Busse, Radfahrer und Fußgänger

Mögliche Schritte wären etwa neue und breitere Fahrradwege, spezielle Radschnellwege sowie die Ausweisung eigener Busspuren. Außerdem könnten klassische Parkplätze verschwinden, um beispielsweise Platz für Leihfahrräder oder Car-Sharing-Stationen zu schaffen. Grundsätzlich steht des Stadtplanern ein schwieriger Spagat bevor. Denn weniger Platz für Autos bedeutet zunächst einmal noch mehr Stau – es sei denn es gelingt tatsächlich, mehr Menschen für Alternativen zu begeistern. Außerdem existieren bereits Pläne für eine verkehrsberuhigte Innenstadt. Diese sollen ebenfalls im Laufe dieses Jahres konkretisiert werden. Vorbild in diesem Punkt könnte beispielsweise Paris sein, wo bestimmte Bereiche inzwischen komplett für den Autoverkehr gesperrt wurden. Ganz ohne Fahrzeuge will man in München aber nicht auskommen: Es soll Ausnahmen für Anwohner, Lieferverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr geben.


Ein Fahrverbot für Dieselautos soll vermieden werden

In einem anderen Punkt zeigen sich Politik und Verwaltung allerdings weniger engagiert. Die aufgrund der hohen Schadstoffbelastung in der Luft gerichtlich angeordneten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge wurden bisher nicht umgesetzt. Stattdessen wollen das Land und die Stadt nun einen Luftreinhalteplan entwerfen, der alternative Maßnahmen vorsieht. Die Justiz ist von dieser Lösung bisher aber nicht überzeugt und hat bereits Zwangsgelder verhängt. Auch über Zwangshaft für die politisch verantwortlichen Personen wurde bereits diskutiert. Dies wäre allerdings ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik. Zuletzt hatten Messungen immerhin gezeigt, dass die Belastung in München geringer ist als zuvor befürchtet. Unter anderem am Mittleren Ring ist die Luftverschmutzung aber noch zu hoch.

Via: Der Spiegel

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1 Kommentar

  1. Björn

    14. Februar 2019 at 13:09

    Die Ausnahmen sind nachvollziehbar, bleibt nur zu hoffen, dass ausreichend Kontrollen stattfinden um das Ausnutzen dieser zu unterbinden.
    Zur Luftverschmutzung, das ist ein WELT – Problem, kein regionales. Nur muss es regional bekämpft werden um in der Masse zu helfen.

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