Es klingt wie der Traum eines jeden gestressten Geschäftsreisenden: Mit dem Auto zum Flughafen fahren, dort einfach aussteigen und zum Gate eilen, während sich das Fahrzeug von alleine einen Parkplatz sucht. Nach dem Ende der Reise dann die umgekehrte Prozedur: Per Knopfdruck das Auto rufen und ohne lange Wartezeiten einfach weiter fahren. Tatsächlich können gut betuchte Kunden am Flughafen in Stuttgart zukünftig auf genau so einen Service zurückgreifen. Denn der dortige Parkhausbetreiber Apcoa hat in Zusammenarbeit mit Mercedes und Bosch eines der Parkhäuser am Airport entsprechend umrüsten lassen. Fahrer der neuen S-Klasse können ihr Auto schon jetzt alleine einparken lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Besitzer einen unteren vierstelligen Betrag in den integrierten intelligenten Parkassistenten investiert hat.


Bild: Daimler

Die Autos fahren mit Schrittgeschwindigkeit zum Ziel

Tatsächlich haben Daimler und Mercedes ein ähnliches Pilotprojekt bereits vor einiger Zeit im Parkhaus des Mercedes-Benz-Museums gestartet. Damals kamen allerdings teure Lidar-Systeme zum Einsatz. Jetzt haben die beteiligten Ingenieure einen anderen Weg gewählt: Sie verbauten die notwendige Technik direkt in der Gebäudeinfrastruktur. Konkret hat Bosch unter anderem 180 Kameras an der Decke des Parkhauses installiert. Diese erfassen sämtliche relevanten Vorgänge innerhalb der Fahrwege und geben diese Informationen an das Fahrzeug weiter. Wird auf diese Weise ein Hindernis erkannt, stoppt das Auto sofort ab. Die Gefahr von schwerwiegenden Unfällen ist ohnehin begrenzt. Denn die Fahrzeuge sind lediglich mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs. Weil der Fahrer ja bereits ausgestiegen ist, besteht auch kein Zeitdruck möglichst schnell einzuparken.

Theoretisch können mehr Autos auf der gleichen Fläche untergebracht werden

Speziell für das Projekt am Flughafen haben die beteiligten Firmen eine Sondergenehmigung des Regierungspräsidiums für das sogenannte SAE-Level 4 des autonomen Fahrens erhalten. Demnach dürfen die Autos unter bestimmten Rahmenbedingungen und Verkehrssituationen autonom und ohne Fahrer agieren. Während des jetzt gestarteten Projekts sollen nun wichtige Informationen und Erfahrungen gesammelt werden. Der Ansatz des autonomen Parkens bringt aber nicht nur für den Fahrer Vorteile mit sich. Vielmehr profitiert auch der Parkhausbetreiber. Denn weil kein Fahrer mehr ein- und aussteigen muss, können die Autos deutlich dichter geparkt werden als bisher. Zunächst allerdings wurden am Stuttgarter Flughafen lediglich zwei Parkplätze für die autonomen Autos reserviert. Ohnehin ist das Timing eher unglücklich: Aktuell sind nämlich auch am Airport Stuttgart die Parkhäuser mehr oder weniger leer.


Via: Daimler

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