Naturkatastrophen tragen ihren Namen, weil sie sich nicht verhindern lassen. Japan beispielsweise gehört zu den reichsten Nationen der Welt und muss trotzdem mit regelmäßigen Erdbeben leben. Allerdings können die Folgen einer solchen Katastrophe zumindest abgemildert werden – etwa durch den Bau von erdbebensicheren Gebäuden. Das „Bündnis Entwicklung Hilft“ gibt daher bereits seit einigen Jahren den sogenannten Weltrisikobericht heraus. Dieser soll aufzeigen, wie wahrscheinlich es für die Einwohner ist, an den Folgen einer Naturkatastrophe zu sterben. Von Bedeutung sind dafür vor allem zwei Faktoren: Wie oft es zu solchen Ereignissen kommt und welche Infrastruktur im Fall der Fälle zur Verfügung steht. Das Ergebnis: Besonders gefährdet sind Inselstaaten sowie Nationen mit niedrigem oder mittlerem Einkommen.


Quelle: Weltrisikobericht

Das sind die zehn risikoreichsten Länder der Welt:

1. Vanuatu (50,28)
2. Tonga (29,42)
3. Philippinen (25,14)
4. Salomonen (23,29)
5. Guyana (23,23)
6. Papua Neuguinea (20,88)
7. Guatemala (20,60)
8. Brunei Darussalam (18,82)
9. Bangladesch (17,38)
10. Fidschi (16,58)

Der in Klammern angegebene Indexwert liegt bei allen Ländern deutlich oberhalb der Grenze von 10,44. Ab diesem Wert wird das Risiko von den Forschern als sehr hoch eingestuft. Eine wichtige Rolle bei der Bewertung spielte die zur Verfügung stehende Infrastruktur: Gibt es ausreichend Straßen und Flughäfen, damit die Leute sich in Sicherheit bringen können? Ist das Gesundheitssystem für den Katastrophenfall gewappnet? Und: Wie sieht es mit der für die Rettungsarbeiten so wichtigen Elektrizität im Fall einer Naturkatastrophe aus? Solche und ähnliche Fragen können im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden.


Am sichersten ist es auf der arabischen Halbinsel

Blickt man an das andere Ende der Auflistung, befindet sich dort das Emirat Katar als sicherster Ort der Welt. Dies ist wenig überraschend: Zum einen ist in der Region nicht oft mit besonderen Naturereignissen zu rechnen. Zum anderen wurde mit den Ölmilliarden die Infrastruktur extrem gut ausgebaut. Ähnliches gilt für das zwei Plätze darüber platzierte Saudi-Arabien. Aber auch Deutschland liegt mit einem Indexwert von 2,42 noch im Bereich der „sehr geringen“ Gefahr – auch wenn dies nur für Platz 155 von 171 reicht. Die Autoren der Studie ordnen ihre Ergebnisse zudem in einen größeren Rahmen ein: Ihrer Interpretation der Ergebnisse zufolge, spielt der Reichtum eines Landes noch immer eine deutlich zu große Rolle bei der Frage, wie wahrscheinlich es ist, während und im Anschluss an eine Naturkatastrophe zu sterben. Ändern ließe sich dies nur durch einen Ausbau der entsprechenden Entwicklungshilfe.

Via: Weltrisikobericht

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