Aktuell verursacht die Luftfahrtbranche so wenig CO2-Emissionen wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Verantwortlich dafür ist aber vor allem die Corona-Pandemie. Denn zahlreiche Airlines mussten ihr Angebot aufgrund mangelnder Nachfrage zusammenstreichen. Schaut man allerdings auf die Länder in Asien, in denen die Fallzahlen aktuell wieder niedrig sind, zeigt sich: Der Flugverkehr ist dort wieder auf dem Niveau von vor der Krise. Um wirklich nachhaltig CO2-Emissionen einzusparen, sind daher technologische Innovationen notwendig. Zahlreiche Firmen arbeiten daher an Elektro- oder Wasserstoffflugzeugen. Der amerikanische Konzern Boeing setzt hingegen auf eine Weiterentwicklung der bisherigen Antriebstechnik. Zukünftig soll aber kein herkömmliches Kerosin mehr verbrannt werden, sondern nachhaltige Biokraftstoffe zum Einsatz kommen. Bisher sind hier nur Beimischungen erlaubt. Der Konzern will dennoch ab dem Jahr 2030 nur noch Flugzeuge verkaufen, die mit 100 Prozent Biokraftstoff geflogen werden können.


Bild: Japan Airlines Boeing 777-200 JA008D (1), BriYYZ, Flickr, CC BY-SA 2.0

Bisher ist der Einsatz von Biokraftstoffen noch reglementiert

Gewonnen werden diese aus ganz verschiedenen Quellen. So können Öle und Fette genutzt werden, aber auch Mais, Getreide oder andere Bioabfälle. Selbst Haushaltsabfälle werden teilweise als Energiequelle verwendet. Bisher allerdings schreiben die Sicherheitsvorschriften vor, dass der Tank nur zu maximal fünfzig Prozent mit Biokraftstoffen befüllt werden darf. Aus rein technischer Sicht scheint diese Vorschrift nicht nötig zu sein. Denn im Rahmen eines Tests hat Boeing bereits im Jahr 2018 einen Frachtflug mit ausschließlich Biokraftstoffen absolviert. Aus guten Gründen steht in der Luftfahrt allerdings die Sicherheit an oberster Stelle. Die endgültige Freigabe erfolgt daher erst, wenn endgültig der Nachweis erbracht wurde, dass der Biosprit die Gefahr an Bord nicht erhöht. Boeing will deshalb mit den zuständigen Behörden in Kontakt treten und möglichst zeitnah entsprechende Nachweise erbringen. Denn die Entwicklung von Flugzeugen mit reinem Bio-Antrieb lohnt sich nur, wenn sich dann auch die Vorschriften ändern.

Die bisherigen Einsparungen reichen noch nicht aus

Aktuell ist die Luftfahrt für rund zwei Prozent aller weltweit verursachten Emissionen verantwortlich. Betrachtet man nur den Verkehrssektor liegt der Anteil sogar bei zwölf Prozent. In der Vergangenheit haben die Flugzeugbauer durchaus schon beträchtliche Fortschritte bei der Einsparung von Emissionen gemacht. So sind die Flugzeuge heute leichter als in der Vergangenheit und die Turbinen arbeiten effizienter. Beides hat den Kerosinverbrauch reduziert. Bis zum Ausbruch der Corona-Krise wurden diese Einsparungen allerdings durch das beständige Wachstum der Branche wieder aufgezehrt. Der Einsatz von Biokraftstoffen könnte hier zu einem Durchbruch führen. Denn Berechnungen des internationalen Luftfahrtverbandes IATA haben ergeben, dass sich die Emissionen dadurch um rund achtzig Prozent reduzieren ließen. Könnten entsprechende Flugzeuge ab dem Jahr 2030 vollständig mit Bio-Kerosin betankt werden, wären auch die Klimaschutzziele der Branche leichter zu erfüllen: Diese hat sich verpflichtet, die Emissionen bis zum Jahr 2050 zu halbieren.


Via: Engadget

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