Geboren am 15. Januar 2001, feierte Wikipedia gerade eben sein Jubiläum. Seit 25 Jahren arbeiten Freiwillige rund um den Globus daran, das Wissen der Welt in ein selbst erstelltes Lexikon zu packen. Schon lange ist das Online-Portal eines der wichtigsten Online-Tools überhaupt: »Schau doch auf Wikipedia nach.« Doch ausgerechnet jetzt stellt sich eine ernste Zukunftsfrage. Neigt sich die Wikipedia-Ära dem Ende zu? Besucherzahlen sanken um rund ein Viertel Mehr als 65 Millionen Artikel in über 300 Sprachen, dazu 250.000 aktive Wissenssammler, die das Lexikon Tag für Tag, Stunde für Stunde ergänzen – auch die 15 Milliarden Seitenaufrufe pro Monat sprechen eindeutig für sich. Die deutschsprachige Version startete am 16. März 2001, nur etwa zwei Monate nach dem englischsprachigen Pilotprojekt. Im Dezember 2025 kam die deutsche Wikipedia auf 750 Millionen Aufrufe: Das sind allesamt beeindruckende Zahlen und doch befindet sich die Plattform auf dem absteigenden Ast. Die täglichen Besucherzahlen sanken seit 2022 um rund ein Viertel, Nutzer wenden sich mit ihren Fragen zunehmend an ChatGPT, Gemini und Co. Sinkende Spendeneinnahmen und frustrierte Wikipedianer Die KIs wiederum haben große Teile ihres »Wissens« von Wikipedia und die Betreiber des Online-Lexikons wirkten sogar entscheidend dabei mit. Denn: Die Plattform engagiert sich als Kooperationspartner der großen Tech-Konzerne mit ihren Sprachmodellen. Das ist sogar in einem Blog-Beitrag der Wikimedia-Stiftung nachzulesen, der zum diesjährigen Jubiläum erschien. Die Folge sind nicht nur weniger Zugriffe, sondern auch sinkende Spendeneinnahmen und frustrierte Wikipedianer, die ihre freiwillige Arbeit eben nicht den Algorithmen verfüttern möchten. Wikipedia-Inhalte erscheinen immer häufiger als Zusammenfassungen und Antworten von KIs, bleiben also dem Netz auf anderen Plattformen erhalten. Eigene Inhalte per künstliche Intelligenz zu generieren, das lehnt die Wikimedia-Stiftung allerdings bislang entschieden ab: Die digitalen Tools sollen auf keinen Fall das von Menschen zusammengetragene Wissen ersetzen, nur Hilfsarbeiten durch KI sind zugelassen. Wikimedia-Chefin Franziska Heine meint dazu: »Wissen ist menschlich, Wissen wird von Menschen miteinander erarbeitet.« Und über die KI-Algorithmen sagt sie: »Das greift immer nur auf das zu, was schon bekannt ist, und vermischt es im schlimmsten Fall mit Dingen, die überhaupt nicht stimmen oder die nicht dazu passen. Quelle: science.orf.at Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter