Vor dem Balkongeländer rotiert recht flott ein graues Ding, das einem großen, jedoch merkwürdig verbeulten Fußball ähnelt. Rundum sind Taschen angeordnet. Die Achse endet ich einem technischen Gerät. Das Ganze nennt sich Windgenerator, genauer, es ist ein O-Wind-Turbine. In ihrer Zeit an der University of Lancester im Vereinigten Königreich haben die damaligen Design-Studenten Nicolas Orellana und Yaseen Noorani Modelle der Turbine entwickelt. Sie ist speziell für Städte gedacht, in denen die Windrichtung wegen der vielen Hindernisse sehr oft wechselt. Das Besondere an der O-Wind-Turbine: Das macht ihr gar nichts aus. Sie dreht sich, woher der Wind auch immer weht.


Ziel ist die Serienreife der Turbine

Mittlerweile haben die beiden jungen Leute ihr Studium abgeschlossen. Sie sind dabei, ein Unternehmen zu gründen, um ihre Turbine zur Serienreife zu bringen. „Wir glauben, wenn es für jeden ganz einfach ist, grünen Strom zu produzieren, werden die Menschen ermutigt, eine größere Rolle bei der Bewahrung unseres Planeten zu spielen“, sagt Orellana.


„Als die damaligen Studenten mit der Entwicklung begannen dachten wir, es sei der 23. Aufguss einer bekannten Technik“, erinnert sich Harry Hoster, Direktor of „Energy Lancaster“, einer Institution, die das Know-how der Universität nach Außen vermittelt. „Dann sahen wir das Video und wir waren restlos begeistert.

Kombination mit Photovoltaik

Herkömmliche Windgeneratoren mit waagerechter Achse sind für Städte ungeeignet. Ehe sie sich bei den schnell wechselnden Windrichtungen optimal ausgerichtet haben, kommt der Wind schon woanders her. Allenfalls in etwas größeren Gärten lassen sich solche Generatoren aufstellen, wenn wenig Hindernisse in Sichtweite sind. Wer allerdings auf Nummer sicher gehen will, dass der Ertrag stimmt und sich der Generator irgendwann mal auszahlt sind aufwändige Messungen nötig. Die O-Wind-Turbine kann man dagegen überall aufbauen, auch auf Booten oder in Ferienhäusern, die keine Stromversorgung haben. Kombiniert mit einer Photovoltaikanlage und einer Speicherbatterie lässt sich so eine zuverlässige Versorgung aufbauen.

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    15. Dezember 2018 at 19:13

    Urbane Windrädchen sind eher ein „Windspiel“ denn eine ernsthafte Energiequelle – und dies umfaßt sogar die über Jahre optimerten Modelle wie Darrieus-Rotoren. Wer offenen Auges hinschaut, erkennt, daß diese Teile, die z.B. hier in berlin auf mehreren Gebäuden und anderen Objekten stehen, die meiste Zeit genau das tun: Stehen. Als Grund hierfür werden meist die extrem verwirbelten Luftströmungen über Bauwerken genannt.

    Wobei: Neu ist diese Erkenntnis nicht, angesichts des bereits erfolgten 2009 erfolgten „Zeeland-Tests“) siehe hier: http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_08_11_06_windenergie_neue_designs_2009.htm)

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