In Zeiten von Platzmangel in großen Metropolen und einem allgemeinen Trend zu mehr Minimalismus erfreuen sich sogenannte Tiny Houses einer immer größeren Beliebtheit. Diese sind in der Regel nicht größer als vierzig Quadratmeter, verfügen aber dennoch über eine vollständige Ausstattung inklusive Bett, Badezimmer und Kochstelle. Gekauft werden können sie inzwischen unter anderem bei Tchibo. Die Motivation sich selbst auf nur wenige Quadratmeter zu beschränken, dürfte im Einzelfall sehr unterschiedlich sein. Nun wurde zumindest wissenschaftlich untersucht, wie sich das Verhalten der Bewohner im Laufe der Zeit verändert. Verantwortlich dafür ist Maria Saxton, die gerade an der „University of Virginia“ ihre Doktorarbeit im Fach Umweltplanung- und Design schreibt. Ihre Ergebnisse präsentierte sie nun auf der Webseite „The Conversation“.


Der ökologische Fußabdruck sank um rund 45 Prozent

Insgesamt konnte die Wissenschaftlerin achtzig Probanden für eine Teilnahme an der Studie gewinnen. Diese lebten jeweils schon seit mindestens zwölf Monaten in einem Tiny House und mussten umfangreiche Fragebögen ausfüllen. Mithilfe dieser Angaben berechnete Saxton dann wie sich der ökologische Fußabdruck und das Umweltverhalten der Bewohner seit dem Umzug in das Mini-Haus verändert hat. Zunächst einmal das wenig überraschende Ergebnis: Der ökologische Fußabdruck hat sich um durchschnittlich rund 45 Prozent verringert. Dies ist allerdings grundsätzlich nicht besonders überraschend. Denn die kleinen Häuser verbrauchen natürlich auch weniger Energie als deutlich größere Gebäude. Interessanter ist daher das zweite Ergebnis: Die Bewohner legten im Laufe der Zeit einen immer umweltfreundlicheren Lebensstil an den Tag.


Der Lebensstil aller Bewohner wurde umweltbewusster

Diese Erkenntnis bezog sich auf fast alle Lebensbereiche: Angefangen beim Essen über die Wahl der Transportmittel bis hin zum bewussten Einkauf von Produkten. In all diesen Bereichen ließen sich teilweise deutliche Veränderungen hin zu einer bewussteren Lebensweise beobachten. In einem gewissen Rahmen war dies natürlich zu erwarten. Denn einige Menschen ziehen ja gerade deshalb in ein Tiny House, weil sie ökologischer Leben möchten. Diesen Effekt hat die Forscherin allerdings wieder herausgerechnet und kam dennoch zu dem Ergebnis: Das Leben im Tiny House sorgte für einen umweltfreundlicheren Lebensstil – selbst bei Menschen die sich aus ganz anderen Gründen für den Umzug entschieden haben. Warum dies allerdings so ist und ob ein ähnlicher Effekt auch an anderer Stelle auftritt, konnte die Studie noch nicht klären. Hier wäre weitere Forschungsarbeit nötig.

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