Bestimmte Erlebnisse lösen bei Menschen Gefühle und Emotionen aus. Diese Sensibilität ist eine menschliche Eigenschaft, die bei jeder Person vorhanden ist. Jeder dürfte aber auch schon einmal beobachtet haben, dass die Reaktion von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausfallen kann: Der eine nimmt eine bestimmte Erfahrung mit einem Schulterzucken hin, während das selbe Erlebnis jemand anderen deutlich länger beschäftigt. Menschen besitzen demzufolge also eine unterschiedlich stark ausgeprägte Sensibilität. Dieser Umstand wurde auch bereits wissenschaftlich untersucht und bestätigt. Tatsächlich ließ sich sogar ermitteln, dass rund ein Drittel der Bevölkerung am oberen Ende der Empfindlichkeitsskala zu finden ist. Diese Personen reagieren also auf positive oder negative Erfahrungen besonders stark. Bisher ungeklärt war aber die Frage, welche Rolle die genetische Veranlagung dabei genau spielt.


Statistische Vergleiche führen zu einem eindeutigen Ergebnis

Mit exakt dieser Frage haben sich nun Forscher an der „Queen Mary University of London“ beschäftigt und setzten dabei auf eine sogenannte Zwillingsstudie. Insgesamt nahmen an der Studie 2.800 Zwillingspaare teil. Der Vorteil: Diese sind in der Regel gemeinsam aufgewachsen und verfügen daher zumindest über einen ähnlichen Erfahrungsschatz. Gleichzeitig gibt es aber auch eineiige und zweieiige Zwillinge. Erstere besitzen die gleiche genetische Sequenz, während letztere sich hier unterscheiden. Mithilfe eines bereits vielfach verwendeten Standard-Fragebogens wurde zunächst der Grad der Sensibilität ermittelt. Anschließend wurden die Ergebnisse der beiden Gruppen miteinander verglichen. Daraus wiederum ließen sich Rückschlüsse auf die Rolle der Genetik ziehen. Denn nur diese kann erklären, weshalb bei eineiigen Zwillingen die Ergebnisse der Auswertung der Fragebögen näher beieinander lagen als bei zweieiigen Zwillingen.


Die Sensibilität kann auch einseitig ausgeprägt sein

Letztlich konnten die Forscher so sogar zwei exakte Werte errechnen. Demnach lassen sich 47 Prozent der Unterschiede in der Sensibilität tatsächlich auf die Genetik zurückführen. Wer rechnen kann weiß damit: Auf der anderen Seite lassen sich 53 Prozent mit äußeren Einflüssen in Verbindung bringen. Erstmals wurde die These, dass Gene beim Thema Sensibilität eine Rolle spielen, somit quantitativ untermauert. Gleichzeitig fanden die Forscher auch heraus, dass die Sensibilität durchaus einseitig ausgeprägt sein kann. Bestimmte Menschen reagieren demnach besonders stark auf positive Erfahrungen, während sie von negativen Erlebnissen eher unberührt bleiben. Andersherum gibt es dieses Phänomen ebenfalls. Dieses Wissen könnte beispielsweise bei der Erziehung von Kindern eine wichtige Rolle spielen. Faktisch dürften die meisten Eltern und Erzieher aber schon heute auf die Kinder eingehen und so herausfinden, welche Form der Erziehung wann am besten funktioniert.

Via: Queen Mary University

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