China gehört schon heute bei den Erneuerbaren Energien zu den weltweit führenden Nationen. So kam China im Jahr 2020 auf eine installierte Kapazität von 895 GW. Die Europäische Union, Australien und die USA erreichten diesen Wert nicht einmal gemeinsam. Trotzdem ist der chinesische Strommix nicht gerade vorbildlich in Sachen Klimaschutz. Denn die Erneuerbaren Energien kommen insgesamt lediglich auf einen Anteil von rund 26 Prozent. Der Rest wird größtenteils durch Kohlekraftwerke abgedeckt. Die chinesische Regierung hat allerdings bereits verschiedene Versprechungen abgegeben, um dies zu ändern. So will das Land bis zum Jahr 2060 vollständig klimaneutral werden. Das Zieldatum liegt allerdings noch vergleichsweise weit in der Zukunft. Deutlich schneller soll hingegen der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien vorangetrieben werden: Bis zum Jahr 2030 soll die Kapazität hier auf 1,2 Terawatt erhöht werden. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt sollen die Klimaemissionen des Landes dann auch ihren Höhepunkt erreichen.


Renewable, alternative solar energy, sun-power plant on sky background

Die Wüstenstandorte bringen Vor- und Nachteile mit sich

Nun wurden erste Details zur Umsetzung der grundsätzlichen Pläne beschlossen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Wüsten des Landes. In diesen sollen neue Solar- und Windkraftanlagen mit einer Gesamtkapazität von 450 GW entstehen. Dass es China damit durchaus ernst meint, zeigt die Tatsache, dass sich rund 100 GW davon bereits im Bau befinden. Die weiteren geplanten Projekte sollen ebenfalls zeitnah realisiert werden. Die Wüsten des Landes für die Installation zu nutzen, bringt Vor- und Nachteile mit sich. So können die Flächen in aller Regel ohnehin nicht anderweitig genutzt werden. Eine landwirtschaftliche Produktion ist also beispielsweise nicht möglich, wodurch einer Flächenkonkurrenz aus dem Weg gegangen wird. Außerdem befinden sich die Anlagen außerhalb der großen Zentren. Dadurch werden im Idealfall Probleme mit dem häufig auftretenden Smog umgangen. Auf der anderen Seite sorgte diese abgelegene Lage aber auch dafür, dass der Ökostrom vergleichsweise weit transportiert werden muss, bis er die industriellen Zentren erreicht.

Kohlekraftwerke sollen weiterhin die Grundlastversorgung übernehmen

Auf Kohlekraftwerke wollen die Behörden des Landes allerdings auch weiterhin nicht verzichten. Stattdessen wird davon gesprochen, dass hocheffiziente Kohlekraftwerke die nötige Grundlastversorgung sicherstellen sollen, um die Schwankungen der Erneuerbaren Energien auszugleichen. Hocheffizient ist in diesem Fall allerdings ein relativer Begriff. Denn neue Kohlemeiler sind zwar deutlich effizienter und klimafreundlicher als alte Meiler. Sie stellen aber auch weiterhin eine enorme Belastung für das Klima dar. Tatsächlich ist China nicht nur bei den Erneuerbaren Energien weltweit führend, sondern auch bei den Klimaemissionen. So verursachte das Reich der Mitte im Jahr 2019 mehr schädliche Emissionen als die Europäische Union und die Vereinigten Staaten zusammen. Die gute Nachricht ist nun: Die chinesische Regierung ist durchaus bereit, Geld in die Hand zu nehmen, um die Situation zu verbessern. Von heute auf morgen wird die Transformation aber nicht gelingen.


Via: New Atlas

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