Schon seit vielen Jahren lässt Apple seine Produkte in China fertigen. In der Regel arbeitet der US-Konzern hier mit dem Auftragsfertiger Foxconn zusammen. Apple profitiert auf diese Weise von der Mischung aus vergleichsweise günstigen Arbeitskräften und einer hohen Expertise vor Ort. Ganz ungefährlich ist eine solch starke Abhängigkeit allerdings nicht. So musste Foxconn im Zuge der strikten Anti-Corona-Politik zahlreiche Fabriken vorübergehend schließen. Dadurch gerieten auch bei Apple die Lieferketten durcheinander. Außerdem nehmen die politischen Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten immer stärker zu. Schon im Jahr 2017 hat Apple in Zusammenarbeit mit Foxconn daher mit der iPhone-Produktion in Indien begonnen. Bisher wurden dort aber zumeist ältere Modelle gefertigt. Dies hing mit den gewaltigen logistischen Herausforderungen zusammen. So müssen für eine reibungslose Produktion teilweise hunderte Zulieferer koordiniert werden. Bei neuen Modellen mit neuen Anforderungen ist dies eine besondere Herausforderung.


Fünf Prozent der iPhone-Produktion werden verlagert

Inzwischen scheint man aber auch in Indien die entsprechende Expertise aufgebaut zu haben. Denn Apple gab nun bekannt, dass das iPhone 14 von Beginn an auch dort produziert werden soll. Damit würde die Produktion in Indien und China mehr oder weniger zeitgleich hochgefahren. Für Apple stellt dies einerseits einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer diversifizierten Lieferkette dar. Andererseits bleibt die Abhängigkeit von China auch weiterhin hoch. So gehen Experten davon aus, dass in diesem Jahr rund fünf Prozent der iPhone-Produktion in die Fabrik in der Nähe der indischen Metropole Chennai verlagert werden könnten. Bis zum Jahr 2025 will Apple dann immerhin ein Viertel seiner Produkte außerhalb des Reichs der Mitte fertigen lassen. Neben Indien stehen in diesem Zusammenhang auch noch weitere asiatische Länder im Fokus. Die Entscheidung trifft das Apple-Management jeweils im Einzelfall. Ein kompletter Abschied aus China steht allerdings bisher nicht zur Diskussion.


Indien wirbt gezielt um Industrieansiedlungen

Es geht vielmehr darum die eigene Produktion breitflächiger aufzustellen. In der Fachwelt wird dies als „China plus eins“ – oder „China plus zwei“-Strategie bezeichnet. So hat neben Apple beispielsweise auch der große Konkurrent Samsung eine Fertigung in Indien aufgebaut. Die indische Regierung wirbt mit dem Slogan „Make in India“ und nicht unerheblichen Subventionen gezielt um solche Ansiedlungen. Auf diese Weise sollen dringend benötigte Arbeitsplätze in der Industrie geschaffen werden. Apple wird die in Chennai produzierten iPhones zunächst auch direkt in Indien verkaufen. Mit mittlerweile mehr als 1,4 Milliarden Menschen handelt es sich um einen riesigen und durchaus lukrativen Markt. Später wäre es dann auch denkbar, andere Länder mit iPhones aus Indien zu beliefern. Beschleunigt werden könnte dies durch die wirtschaftliche Entwicklung: Denn inzwischen liegen die Arbeitskosten in Indien deutlich niedriger als in China.

Via: Handelsblatt

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