Lange Zeit hat die deutsche Politik versucht, den Autozulieferer Bosch zu überreden, in die Produktion von Batteriezellen einzusteigen. Letztlich entschied sich das Unternehmen aber dagegen. Der Grund: Die Investitionskosten wären enorm gewesen. Gleichzeitig bestand keine Garantie, dass die Zellen auf dem Markt auch erfolgreich gewesen wären. Ohnehin scheinen die Manger der Konzerns aber eher vom Potential einer anderen Antriebstechnik überzeugt zu sein. Denn Bosch hat zuletzt einige Projekte im Bereich der Brennstoffzellen-Technologie forciert. Dazu gehört unter anderem die Entwicklung eines Wasserstoff-Lastwagens in Zusammenarbeit mit dem US-Startup Nikola Motors. Nun kündigte der deutsche Autozulieferer an: Ab dem Jahr 2022 soll eine Brennstoffzelle für Fahrzeuge in Serie produziert werden.


Die Brennstoffzelle eignet sich zunächst vor allem für Nutzfahrzeuge

Ganz offen kommuniziert der Konzern auch, dass mit dem neuen Geschäftsfeld große Erwartungen verbunden werden. So gehen interne Schätzungen davon aus, dass schon im Jahr 2030 jedes fünfte Elektroauto mithilfe einer Brennstoffzelle fahren wird. Damit würde es sich um einen Milliardenmarkt handeln. Eine Einschränkung wird allerdings gemacht: Vor allem zu Beginn dürften sich die Anwendungen fast ausschließlich auf den Bereich der Nutzfahrzeuge beschränken. Denn hier kann die Technologie ihre Vorteile – eine große Reichweite bei geringen Nachtankzeiten – besonders gut ausspielen. Für den Einsatz in privaten PKWs ist die Brennstoffzelle hingegen aktuell noch zu teuer. Außerdem ist der Ausbau der benötigten Infrastruktur bisher kaum vorangekommen. Eine Ausnahme ist hier allerdings Japan, wo Toyota das Thema massiv vorantreibt.


Es handelt sich um eine deutsch-schwedische Kooperation

Ganz alleine arbeitet Bosch allerdings nicht an der Entwicklung der Brennstoffzelle. Stattdessen kooperiert das Unternehmen mit der schwedischen Firma Powercell. Gemeinsam soll vor allem das Herzstück der Brennstoffzelle – der sogenannte „Stack“ – weiter optimiert werden. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich um den Bereich, in dem der Wasserstoff in elektrische Energie umgewandelt wird. Dieser Vorgang ist naturgemäß von entscheidender Bedeutung für den Antrieb eines Wasserstoff-Fahrzeugs. Die Tatsache, dass bereits in rund drei Jahren mit der Serienfertigung begonnen werden soll, zeigt aber, dass die Ingenieure des Konzerns zuversichtlich sind, hier bald eine leistungsfähige Lösung präsentieren zu können. Das Geschäft mit den Brennstoffzellen könnte Bosch dann langfristig helfen, die Rückgänge im Geschäft mit Dieselfahrzeugen auszugleichen.

Via: Bosch

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