Lange Zeit verharmloste US-Präsident Donald Trump das Coronavirus. Inzwischen steigen die Fallzahlen in den Vereinigten Staaten aber massiv an. Davon blieb auch die Wirtschaft des Landes nicht verschont. So kam es zu einem Börsencrash mit historischen Ausmaßen. Auch die Arbeitnehmer sind von den Auswirkungen betroffen. Dabei spielen zwei Besonderheiten des US-Wirtschaftssystems eine Rolle. So werden viele Beschäftigte nur auf Stundenbasis bezahlt. Wenn weniger zu tun ist, können sie seltener arbeiten und verdienen auch weniger. Außerdem gibt es keine gesetzliche Regelung für bezahlte Krankheitstage. Beides gemeinsam führt in der Krise nun dazu, dass vielen US-Amerikanern ein wichtiger Teil ihres Einkommens wegbrechen könnte. Darauf will die US-Regierung nun mit einer ungewöhnlichen Maßnahme reagieren: Direkten Geldtransfers an alle Amerikaner.


Foto: Donald Tump, Gage Skidmore, Flickr, CC BY-SA 2.0

Kein Tabu mehr: Staatliche Schecks in regelmäßigen Abständen

Finanzminister Steven Mnuchin hat sich dazu bereits mit einigen Senatoren getroffen. Seinen Vorstellungen zufolge sollen die staatlichen Schecks in etwa ein halbes Monatseinkommen abdecken und Ende April verschickt werden. Interessant ist aber vor allem ein zweiter Punkt seiner Ausführungen. Demnach wäre es denkbar, weitere Schecks zu versenden, wenn die Krise anhält. Sollte dies tatsächlich in einem festen Rhythmus passieren, hätten die Vereinigten Staaten – zumindest vorübergehend – eine Art universelles Grundeinkommen eingeführt. Dass darüber überhaupt nachgedacht wird, zeigt wie dramatisch die Situation von den US-Offiziellen gesehen wird. Tatsächlich soll Mnuchin gegenüber den Senatoren sogar davon gesprochen haben, dass die Arbeitslosenquote ohne entschiedene Gegenmaßnahmen auf bis zu zwanzig Prozent steigen könnte.

Eine Stadt in Kalifornien experimentiert bereits mit einem Grundeinkommen

Zumindest im kleinen Rahmen wurde ein universelles Grundeinkommen auch in den Vereinigten Staaten schon getestet. Genau genommen in der Stadt Stockton in Kalifornien. Dort erhalten 125 Einwohner seit einiger Zeit monatlich 500 Dollar und können diese nach eigenem Gutdünken ausgeben. Noch läuft das Experiment, sodass noch keine finale wissenschaftliche Auswertung vorliegt. Erste Zwischenergebnisse zeigen aber, dass das Geld keineswegs sinnlos ausgegeben wurde. So investierten die Teilnehmer teilweise in ihre berufliche Zukunft oder tätigten lange geplante Anschaffungen. Der größte einzelne Punkt auf der Liste der Ausgaben war aber ein anderer: Im Schnitt wurden 40 Prozent der zusätzlich möglichen Ausgaben in Lebensmittel investiert – etwa weil hochwertigere und gesündere Lebensmittel gekauft wurden. Dies deckt sich mit den Ergebnissen eines ähnlichen Experiments in Kanada.


Via: New York Times

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