In Panama bietet Frank Junkereit mit seiner Partnerin Claudia und Schäferhund Nero Beratung und Service für Auswanderer und solche, die es werden wollen. Imposant. Groß. Wunderschön. Und das soll aus Containern sein? Diese Worte und Fragen kommen einem sofort in den Sinn, sobald man das große weiße Haus auf dem weitläufigen, leicht abfallenden Grundstück erblickt.


Das Containerhaus von Frank und Claudia Junkereit mitten in der Natur Panamas. Bild@ Frank Junkereit

 

Auswandern auf Probe mit profesioneller Hilfe

Das Anwesen von Frank Junkereit und seiner Partnerin Claudia, 15 Minuten außerhalb der Stadt Boquete im Herzen Panamas besteht aus 28 ehemaligen Seecontainern, aufeinandergestapelt zu drei Stockwerken, geformt zu einem anmutigen Heim, umgeben von Blumenbeeten und Mäuerchen aus Natursteinen. Dahinter erhebt sich der Vulkan Baru aus dem Regenwald, aus den oberen Stockwerken kann man den Pazifik am Horizont sehen.


Das Containerhaus von Frank und Claudia Junkereit mitten in der Natur Panamas und bewacht von Schäferhund Nero Bild@ Frank Junkereit

„Ein 200 Tonnenkran hat hier neben Palmen gestanden, die Container abgeladen und auf dem Grundstück zu dem Eco Containerhaus geformt“, erzählt Frank, was angesichts der kleinen Schotterstraße ziemlich mutig erscheint.  Aber Frank und seine Frau Claudia sind mutig. Sie haben etwas vor. Seit drei Jahren wird an ihrem Traumhaus gewerkelt, die beiden betonieren, mauern, schleppen Steine. Fertiggestellt sind zwei Apartments, die über AirBnB vermietet werden, sowie die Erdgeschoss-Wohnung der Junkereits. „Der zweite Stock soll unsere richtige Wohnung werden, mit einem komplett um das Haus führenden Balkon. Unser Alterswohnsitz“, erklärt Frank. Dazu die Apartments als sicheres Renteneinkommen. Soweit so gut? Mitnichten. Die beiden sind vielseitig. Und wollen noch vielseitiger werden. „Im Alter hat man nicht mehr die Kraft, Wände einzureißen. Aber man hat die Erfahrung gesammelt, wie es geht“ weiß Frank. Daher möchten die beiden jetzt beratend für junge Leute zur Verfügung stehen.

Frank und Claudia Junkereit mit Schäferhund Nero mitten in der Natur Panamas. Bild@ Frank Junkereit

Dass sie erfahrene, ausgebuffte Auswander-Experten sind, wird einem schnell klar, wenn man sich mit ihnen unterhält und ihre Geschichte kennenlernt. „Vor 26 Jahren habe ich Deutschland verlassen“, erzählt Frank, gebürtiger Bochumer mit abgebrochenem Maschinenbaustudium, erfolgreicher Unternehmer mit einer Glasfasertechnikfirma in Deutschland. Bis ihn das Fernweh packte und er auswanderte.  Seitdem sind diverse Lebensabschnitte vergangen. Von einer Schweinefarm mit Fleisch- und Wurstwarenproduktion in Andalusien, die der kernige „Ruhrpottler“  zehn Jahre führte, ging es danach in die Karibik. Mit ihrem Katamaran segelten Claudia und Frank zehn Jahre von Insel zu Insel, nahmen Gäste mit an Bord. Bis auch dieses Kapitel freiwillig endete: „Eines Tages hatten wir keine Lust mehr, so einfach ist das. Dann ging es nach Panama. Wir sind mit dem Bus nach Boquete gekommen, haben uns die Gegend angeschaut und es hat uns gefallen“, erzählt Frank. So begannen sie, ihr Leben auf dem Festland aufzubauen. Sechs Jahre später steht man vor dem riesigen wunderschönen Haus und fragt sich, was die beiden eigentlich nicht können.

Kostenlose und unverbindliche Auswanderungsberatung

Das Containerwohnhaus ist gleichzeitig der Firmensitz einer Solarinstallationsfirma und der Wurstwarenproduktion, die in Panama weitergeführt wurde. Auch handwerkliche Arbeiten bei anderen Grundstücken und Häusern führt Franks Unternehmen aus. Schon aufgrund des Hausbaus besitzt er nahezu alle Maschinen und Werkzeuge, die man nur irgendwie gebrauchen kann. Schweißen, Mauern, Holzarbeiten, alles wird selbstgemacht.
Eine weitere Funktion soll nun dazukommen und ausgebaut werden. Die Vision: Beratung und Service für Auswanderer oder solche, die es werden wollen. Eine Anlaufstelle für Panama-Auswanderer, denen sich zu Beginn ihres Vorhabens oder davor schon sehr viele Fragen stellen werden. Fragen, von denen man gar nicht weiß, dass sie kommen werden, weil man nicht daran denkt. Hier kommen Frank und Claudia ins Spiel, um diese Fragen zu beantworten.

Es ist wichtig das persönliche Gespräch zu suchen

Der Einstieg kann völlig einfach sein, wenn es nach Frank geht: „Erstmal kommen die Leute am besten zu uns, um einfach nur Urlaub zu machen und unverbindlich das Gespräch mit dem Thema Auswandern mit uns zu führen. Dabei können wir uns dann in Gesprächen ihre Wünsche, Ideen und Vorstellungen anhören und Informationen sowie Tipps geben, so sieht das Programm aus. Einfach und unverbindlich. Unsere Informationen kosten nichts!“

Blick aus einem der Apartments des Containerhauses der Junkereits auf die Natur Panamas. Bild@ Frank Junkereit

Gleichzeitig bieten die beiden auch ein ganz konkretes Projekt an, das Auswanderer übernehmen oder  in das sie mit einsteigen können: Ihr eigenes. „Aus Altersgründen“, wie sie es ausdrücken, sehen sich die beiden langsam nach Möglichkeiten um, ihre Unternehmen in andere, fähige Hände zu geben. Angefangen mit ihrer Wurstwarenproduktion die ganz Panama belieferte, aber jetzt schon deutlich heruntergeschraubt wurde. Ihren Foodtruck „Emma“, mit dem es Frank Junkereit  in Panama zu großem Bekanntheitsgrad mit Currywurst, Riesenbockwurst und dem legendären „Frank Burger“ brachte, hat schon ein junges, motiviertes Paar übernommen und führt die Tradition fort. Nichtsdestotrotz steht im mittlerem Stockwerk des Containerhauses eine nach wie vor optimal ausgestattete und funktionierende Metzgerei, die wieder in Schwung gebracht werden könnte.

Junkereit und seine Partnerin bieten daher Auswanderern die Möglichkeit, ihr Unternehmen teilweise oder komplett fortzuführen. Ihre potenziellen Nachfolger sollten bestimmte Eigenschaften mitbringen, um sowohl als Auswanderer und als Unternehmer in Panama zu bestehen. Frank Junkereit hat da schon eine Liste gemacht: „Junge, realistische, dynamische, energiegeladene, ehrgeizige, belastbare, leistungsfähige, korrekte, pünktliche,  kämpferische Unternehmertypen. Wenn du dich als solchen Typen siehst, kannst du dich gerne für dieses Projekt bewerben“, spricht Frank mögliche Auswanderer direkt an. „Ich suche interessierte Leute mit Eigeninitiative“, erklärt er. Ehrlichkeit ist sein Steckenpferd, er möchte niemandem etwas vormachen: „Man muss realistisch sein, man muss bereit sein, ein Eigenkapital zu investieren. Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Hilfsbereitschaft sind grundlegend für eine gute Zusammenarbeit. Die Bedingungen für Erfolg im Ausland sind hart. Ellenbogen- und Fingerspitzengefühl sollten im ausgewogenen Verhältnis vorhanden sein. Herausforderungen wie diese gibt es so nicht mehr in Deutschland“, findet er.

In Panama jedoch sehr wohl: . Das Land gehört mit einem jährlichen Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent zu einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit. Der Panamakanal als Verbindung der Schifffahrt zwischen Atlantik und Pazifik ist der Grund für die exponierte Stellung des Landes und für gute Wirtschaftsverträge mit den USA, China, Russland und Europa. Vorbildliche Infrastruktur, zuverlässige Strom- und Wasserversorgung  sowie ein ganzjährig traumhaftes Klima machen Panama und vor allem Boquete zu einer tollen Basis für ein neues Leben. „Panama ist für Insider momentan der Diamant unter den Auswanderzielen“, weiß Frank Junkereit. Und so sucht er im Projekt Containerhaus „Bauindividualisten, Marketing- und Vertriebsexperten, IT-Fachleute, die ganze Bandbreite“. Und eigene Ideen sind natürlich immer willkommen. Die Apartments, von denen am Ende vierzehn Stück fertiggestellt sein sollen, könnten dabei zum Teil auch als Langzeitmiete oder Startunterkunft für die Auswanderer und neuen Mitstreiter der Firmen von Frank und Claudia genutzt werden. Beratend zur Seite stehen würden sie auch weiterhin, vom obersten Stockwerk ihres Containerhauses mit Blick auf den Vulkan und das Meer.

Dieser Gastbeitrag wurde von Tim Neumann erstellt. Tim studiert Journalismus und arbeitet nebenbei bei einem Sportsender in Frankfurt. Im Rahmen eines Workaway hat er bei Frank und Ckaudia Junkereit gelebt.

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