In Chile betreibt der Bergbaukonzern BHP die größten Kupferminen der Welt. Wie viel Energie Abbau und Verarbeitung des Metalls erfordern, zeigt eine Zahl: Die Kupferminen sind für sechs Prozent des gesamten chilenischen Stromverbrauchs verantwortlich. Bisher geschah die Versorgung dabei auf recht klassische Weise: Es wurde Kohle verfeuert. Zukünftig wird sich dies aber ändern. Denn BHP hat bekannt gegeben, die entsprechenden Lieferverträge zu kündigen und ab dem Jahr 2021 komplett auf Solarstrom und Wasserkraft zu setzen. Letztere soll vor allem immer dann zum Einsatz kommen, wenn gerade kein Sonnenstrom zur Verfügung steht. Die Auswirkungen der Umstellung sind gewaltig: Eigenen Angaben zufolge wird BHP zukünftig rund drei Millionen Tonnen CO2 jährlich einsparen. Dies entspricht in etwa dem Ausstoß von 700.000 Autos.


Bild: Bpierreb [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]
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Bei intensivem Sonnenschein ist Solarenergie günstiger als Kohlestrom

Doch rein aus Gründen des Klimaschutzes erfolgt die Umstellung natürlich nicht. Vielmehr ist der Solarstrom in Chile inzwischen so preiswert, dass er sehr gut mit anderen Formen der Energiegewinnung konkurrieren kann. So wird BHP die Energiekosten durch die neu abgeschlossenen Verträge um rund ein Fünftel senken. Kein Wunder also, dass mit OZ Minerals und Element 25 auch andere Bergbaukonzerne schon ähnliche Projekte aufgelegt haben. Einsparungen in dieser Höhe sind allerdings nur in Ländern mit intensiver Sonneneinstrahlung – wie eben Chile oder Australien – realistisch. In Schweden hingegen dürften die Solarmodule nicht ausreichend Strom generieren – weshalb dort schon lange auf Wasserkraft gesetzt wird. Dennoch sorgt diese Entwicklung natürlich dafür, dass die CO2-Belastung bei der Gewinnung von Kupfer deutlich sinkt.


Die Klimabilanz von Elektroautos verbessert sich

Dies hat auch Auswirkungen auf andere Branchen. Denn Kupfer wird beispielsweise auch bei der Produktion von Elektroautos benötigt. Je mehr fossile Energie also für den Abbau und die Verarbeitung des Metalls benötigt wird, desto schlechter fällt auch die Klimabilanz des Fahrzeugs aus. Umgekehrt gilt aber eben auch: Kann der Energiebedarf aus nachhaltigen Quellen gedeckt werden, sinkt der CO2-Fußabdruck des Elektroautos. Ähnliches gilt beispielsweise auch für die Produktion von Solarmodulen. Umweltschützer sind von der Entwicklung trotzdem nicht vollständig begeistert. Denn zum einen stellt der Bergbau auch weiterhin einen massiven Eingriff in die Natur dar. Zum anderen wäre die klimafreundlichste Lösung, die benötigten Rohstoffe mithilfe eines Recycling-Systems zu gewinnen.

Via: Klimareporter

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