Der Klimawandel stellt die Menschheit nach wie vor vor große Herausforderungen. Jeden Tag setzen wir etwa 100 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre frei. Da die Reduzierung der Emissionen weiterhin eher schleppend verläuft, sind Alternativen gefragt. Eine dieser Alternativen wäre es, das Klimagas technisch wieder aus der Atmosphäre zu entfernen und dann tief im Untergrund zu lagern. Diese Methode wird als CCS bezeichnet: Carbon Capture and Storage. Solche Anlagen existieren bereits, teilweisen mit Speicherstätten unter dem Meeresboden. Forscher des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen haben nun herausgefunden, dass diese Lagerstätten unter dem Meer durchaus gefährlich für die Umwelt werden können.


Ozean
Foto: The Atlantic Ocean, Milan Boers, Flickr, CC BY-SA 2.0

CO2 senkt Artenvielfalt

Problematisch werden diese Lagerstätten nämlich dann, wenn es ein Leck gibt und CO2 ins Meerwasser abgegeben wird. Das fanden die Forscher rund um Massimiliano Molari bei einer Untersuchung von natürlichen CO2-Quellen vor der Küste Siziliens heraus. An diesen konnte das Team die Auswirkungen des austretenden CO2 auf das umliegende Ökosystem untersuchen.

Die Forscher sammelten Daten über das Ökosystem rund um die CO2-Quellen und verglichen es mit Standorten ohne CO2-Austrittsstellen. Das Ergebnis fiel drastischer aus als vermutet: Die erhöhten CO2-Werte veränderten das umliegende Ökosystem massiv. Unter anderem vertrieb das austretende Gas viele kleinere und auch größere Tiere, was zu einem drastischen Artenverlust um die CO2-Quellen führte. Außerdem veränderte sich die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Wasser. Nur wenige Arten, darunter diverse Algen, kamen mit den veränderten CO2-Werten gut zurecht.


Erhöhte CO2-Werte schädigen das Ökosystem nachhaltig

Außerdem wollten die Forscher herausfinden, ob sich ein Ökosystem erholen kann, wenn sich die CO2-Werte wieder stabilisieren. Dazu siedelten sie größere Mengen übersäuerten Sand aus der Umgebung der CO2-Quellen in eine andere Gegend um. Das Ergebnis war ernüchternd: „Selbst ein Jahr, nachdem Sediment von den CO2-Quellen in nicht-beeinflussten Meeresboden versetzt worden war, hatte sich dessen typische Sandbodengemeinschaft dort nicht eingestellt. Ein Leck in einem Kohlenstoffspeicher unter dem Meer verändert grundlegend die Chemie in sandigen Meeresböden und verändert in weiterer Folge die Funktion des ganzen Ökosystems. Es besteht also ein beträchtliches Risiko, dass ein Kohlendioxid-Leck dem Ökosystem vor Ort schadet“, so Molari. Die Forscher gehen davon aus, dass erhöhte CO2-Werte im Wasser ein Ökosystem dauerhaft stören können.

Trotz dieser Tatsache sind CCS-Anlagen durchaus dazu geeignet, die Folgen des Klimawandels zu mindern. Es ist also wichtig, bei der Standortplanung der Anlagen auf eine möglichst hohe Sicherheit zu achten.

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