Experten warnen bereits seit einiger Zeit vor einschneidenden Veränderungen in der Biogas-Industrie. Denn die dort garantierten Einspeisevergütungen waren auf zwanzig Jahre begrenzt. Bei immer mehr Anlagen droht daher das Ende der staatlichen Förderung. Aktuell ist ein Weiterbetrieb ohne diese Unterstützung allerdings in den meisten Fällen schlicht nicht wirtschaftlich. Hoffnung kommt für die Betreiber nun aus der bayerischen Stadt Hof. Denn dort wurde das Startup BtX energy GmbH gegründet. Das Ziel: Aus Biomasse soll zukünftig grüner Wasserstoff gewonnen werden. Dafür entwickelt die noch junge Firma schlüsselfertige Anlagen in Containergröße. Diese können dezentral in der Nähe der Biomasse-Quellen aufgestellt werden und so der Branche eine Zukunftsperspektive bieten. Gleichzeitig wäre dies auch ein wichtiger Beitrag zur geplanten Umstellung auf eine Wasserstoff-Wirtschaft.


wasserstoff H2

Im Idealfall muss so weniger Wasserstoff importiert werden

Denn bisher setzen die meisten Firmen darauf, den benötigten Wasserstoff per Elektrolyse zu gewinnen. Dabei wird überschüssiger Ökostrom verwendet, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Wer sich allerdings den deutschen Energiemix anschaut, wird sehen: Momentan gibt es nicht all zu viel nicht benötigten grünen Strom. Dies wird sich auch zukünftig nicht grundlegend ändern. Die meisten Prognosen gehen daher davon aus, dass nur rund dreißig Prozent des benötigten Wasserstoffs tatsächlich im Inland produziert werden kann. Der Rest muss aus sonnenreichen Gebieten importiert werden. Entsprechende Kooperationen – etwa mit dem Königreich Marokko – werden aktuell in die Wege geleitet. Nutzt man zusätzlich allerdings auch Biomasse um grünen Wasserstoff zu gewinnen, könnte der Bedarf an aufwändigen Importen reduziert werden. Außerdem bietet die neue Technologie das Potential, den Anteil an klimaschädlichem grauem und blauem Wasserstoff zeitnah zu senken.


Die Produktionskosten sollen niedriger liegen als bei der Elektrolyse

Den Angaben des Unternehmens zufolge könnte der Ansatz zudem noch zwei weitere Vorteile mit sich bringen:

1. Zum einen stellen die Gründer in Aussicht, dass die Produktionskosten pro Kilogramm Wasserstoff sogar günstiger sein werden als bei der sonst präferierten Elektrolyse. Dadurch könnte der grüne Wasserstoff konkurrenzfähiger werden und sich schneller am Markt durchsetzen.

2. Außerdem könnte das nachgefragte Gas dezentral produziert werden. Dies wiederum würde die Transportkosten senken und ebenfalls die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

Noch allerdings hat das neu gegründete Unternehmen kein fertiges Produkt präsentiert. Die Ankündigungen sind also mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Zumindest die Namen hinter dem Projekt stehen aber für eine gewisse Seriosität. So ist unter anderem Prof. Tobias Plessing von der Hochschule Hof beteiligt. Selbiges gilt für die renommierten Unternehmer Joachim Wünning und Martin Schönfelder.

Via: Hof University

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