Gaius Julius Cäsar gehört mit Sicherheit zu den interessantesten Personen der Weltgeschichte. Sein Name ist nicht nur aus den beliebten Asterix-Comics bekannt, sondern auch untrennbar mit dem Ende der römischen Republik verbunden. Dabei wurde er als Diktator auf Lebenszeit bereits im Alter von 44 Jahren während einer Senatssitzung erdolcht. Das Ziel der Verschwörer: Die Rettung der römischen Republik. Damit allerdings scheiterten sie. Denn im Anschluss an den Tod Cäsars folgte ein rund zwei Jahrzehnte andauernder Machtkampf. Danach war die Republik Geschichte und die Zeit des Kaiserreichs begann. Doch wie konnte es dazu kommen? Wissenschaftler haben in diesem Zusammenhang nun eine interessante Entdeckung in der Arktis gemacht. Dort untersuchten sie verschiedene Eisborhkerne. Dabei können die eingeschlossenen Gase und Luftpartikel analysiert werden und geben Aufschluss über das Klima in den vergangenen 130.000 Jahren.


Bild: Christina Neal / Public domain

Der Vulkanausbruch ereignete sich tausende Kilometer entfernt

Dies ist interessant, weil die römische Geschichtsschreibung rund um das Ende der Republik von ungewöhnlich kalten Perioden mit Ernteausfällen und Hungersnöten berichtet. Diese Darstellung wurde durch die Analyse des ewigen Eises bestätigt. So waren die Jahre zwei und drei nach Cäsars Tod auf der Nordhalbkugel mit die kältesten der letzten 2.500 Jahre. Dies dürfte dazu geführt haben, dass die ohnehin angespannte gesellschaftliche Situation sich weiter verschärfte. Die Forscher haben zudem auch eine Erklärung, weshalb sich das Klima so drastisch veränderte: Im Jahr 43 vor Christus brach der Vulkan Okmok aus. In der römischen Geschichtsschreibung ist davon nichts zu finden. Was auch nicht besonders verwunderlich ist, denn der Berg befindet sich in Alaska. Die bei dem Ausbruch freigesetzten Partikel veränderten das Klima aber offensichtlich auf der gesamten Nordhalbkugel – und trugen so zum Ende der römischen Republik bei.

Ein alternativer Verlauf der Geschichte bleibt Spekulation

Die Auswirkungen waren dabei von Land zu Land durchaus unterschiedlich. So regnete es im Sommer und Herbst in Südeuropa überdurchschnittlich viel. Gleichzeitig blieb aber in Ägypten das wichtige Nilhochwasser weit unter den gewohnten Pegelständen. Die Ernte dort viel dadurch deutlich schlechter aus als erwartet – weshalb auch die Lebensmittelpreise in Rom stiegen. Letztlich lässt sich natürlich nicht sagen, ob die römische Republik bei günstigeren klimatischen Bedingungen eventuell noch eine Chance gehabt hätte. Immerhin verlief der Aufstieg Cäsars noch vor dem Ausbruch des Vulkans. Klar ist aber auch: Jede Regierung und jede Staatsform hätte bei einer solch dramatischen Veränderung Probleme bekommen. Für die ohnehin schon in Schwierigkeiten steckende Republik dürften die Missernten das Ende somit zumindest beschleunigt haben.


Via: PNAS

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