Der Verkauf von Gebrauchtwaren über das Internet boomt. Innerhalb der letzten Monate konnte eine deutliche Zunahme der Online-Händler, die sich auf den An- und Verkauf von gebrauchten Produkten spezialisiert haben, beobachtet werden. Die Aufbereitung von Technik-Produkten schont dabei nicht nur wertvolle Ressourcen und somit auch die Umwelt, sondern bietet zudem auch die Möglichkeit High-End-Produkte günstiger erwerben zu können. Der Trend zum Re-Commerce wird auch in Zukunft noch anhalten. Schließlich handelt es sich hierbei um eine wirklich lukrative Alternative zu dem verschmähten Wegwerfkonsum.


Re-Commerce

Was ist Re-Commerce?

Re-Commerce ist genauer gesagt das, was es schon seit Jahren beispielsweise in der Form von Antik- und Flohmärkten gibt. Die Händler bieten dabei gebrauchte Waren an, die oftmals noch voll funktionsfähig sind, allerdings schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, oder nicht mehr in der originalen Verpackung stecken oder umgetauscht wurden. Dank des Gebrauchtwarenhandels, bekommen die Händler noch ein paar Euro für Produkte, die sonst im Müll gelandet wären. Die Käufer hingegen sichern sich im gleichen Atemzug die Chance, hochwertige Produkte teilweise sogar um ein Vielfaches günstiger zu erwerben. Dank des modernen Re-Commerce-Handels, der seit einigen Jahren im Internet Fahrt aufgenommen hat, können nun verkaufswillige Händler die Artikel über einschlägige Portale Suchen und einen Festpreis anfordern. Ist das Angebot zufriedenstellend, kann der gebrauchte Artikel per Post an den Händler versendet werden. Die Käufer hingegen können die nun im Online-Shop angebotenen Produkte günstiger erwerben. Jenseits von Öffnungszeiten, einer lokalen Gebundenheit und Einschränkungen im Hinblick auf das Feld der Interessenten und potentiellen Kunden, erreichen moderne Internetplattformen viel mehr Menschen, als ein Wochenmarkt oder ähnliches. Folglich kann sich somit auch das Angebot sehen lassen. Je erfolgreicher die Internetplattformen sind, desto mehr Geld kann auch an die Anbieter der Gebrauchtwaren ausgezahlt werden. Am Ende profitieren also fast alle von dem generalüberholten Gebrauchtwaren-Handel.


Wie alles begann

Christian Wegner aus Berlin machte sich 2004 mit dem An- und Verkaufsservice für gebrauchte Bücher selbstständig und ebnete somit ganz nebenbei den Weg für die inzwischen rasant wachsende Re-Commerce-Branche. Vom Erfolg und der großen Nachfrage angespornt, wagte der Unternehmer zwei Jahre später mit seinem selbst entwickelten Ankaufsportal momox.de den Start in das Online-Business und gründete seine eigene Firma. Die Nutzer versorgten das Portal täglich mit neuen gebrauchten Büchern, so dass der wenig später eingerichtete Online-Shop für den Wiederverkauf der Bücher nur eine logische Schlussfolgerung war. Mittlerweile existieren neben Berlin noch zwei weitere deutsche Unternehmensstandorte. Zu dem Kundenkreis von momox zählen nun nicht nur einheimische Mitmenschen, sondern auch Käufer und Verkäufer aus Österreich, Großbritannien und Frankreich. Mit einem ansehnlichen Jahresumsatz in Höhe von 60 Millionen Euro und rund 750 Mitarbeitern, kann sich der Branchenpionier als Marktführer für gebrauchte Medien bezeichnen.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich Nachahmer fanden, die sich ein kleines Stück vom großen Re-Commerce-Kuchen abschneiden wollten. Zuletzt sorgte Amazon mit dem Start des Ankaufs gebrauchter Smartphones und Tablets im letzten Jahr für Aufsehen. Zuvor war der Ankauf auf Produkte wie Bücher, Games, DVDs und Blu-rays beschränkt. Während es bei den anderen Re-Commerce-Anbietern Geld auf das Konto überwiesen gibt, schreibt Amazon den Nutzern des Trade-In-Programms Gutscheine für das Online Portal gut. Dabei schlägt Amazon gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Es werden günstig gebrauchte Technikprodukte angekauft, die gewinnbringend verkauft werden. Das ausgeschüttet Geld für die gebrauchten Produkte, wird in Form von Gutscheinen freigegeben, so dass es folglich ebenfalls wieder bei Amazon landet beziehungsweise die Sphären des Online-Riesen erst gar nicht verlässt. Die Nutzer sollten sich daher im Klaren darüber sein, zu welchen Konditionen die gebrauchten Güter verkauft werden.

Ungebrochenes Wachstum

Der Re-Commerce-Trend vereinbart sich wunderbar mit dem gesteigerten Wunsch nach einer nachhaltigeren Lebensweise. Die Gesellschaft wurde über die Jahre vermehrt dafür sensibilisiert und achtet zunehmend darauf wo die Produkte herkommen und wie diese verarbeitet werden. Die Internet-Plattformen für gebrauchte Güter sind mittlerweile zu einer unüberschaubaren Menge herangewachsen. So bildeten sich zunehmend auch Unternehmen, die Nischen wie etwa den Markt für Tintenpatronen, mit Re-Commerce-Modellen ausfüllten. Wir haben zuletzt gezeigt, wie man beispielsweise mit leeren Tintenpatronen durchaus noch ein paar Euro verdienen kann. Aufgrund der steigenden Anzahl von Re-Commerce-Plattformen muss man als Kunde bereits auf Preisvergleichsangebote zurück greifen um überhaupt noch einigermaßen den Überblick wahren zu können.

Neben momox, Amazon und weiteren Internetriesen ist auch eBay auf den Geschmack des Re-Commerce gekommen. Wie Amazon bietet auch eBay seit einiger Zeit einen eigenen Ankaufsdienst für gebrauchte Waren an. Hier wird man in der Kategorie „Elektronik-Ankauf“ fündig. Ebay startete für den recht jungen Dienst auch zusätzlich noch eine Kooperation mit einem weiteren großen deutschen Re-Commerce Anbieter. Den Verkaufserlös für die gebrauchten Produkte schüttet eBay über die PayPal-Tochter aus.

Es gibt mittlerweile für jede Sparte und jeden Geschmack passende Marktplätze. Modebegeisterte Frauen, die sich von einigen Kleidungstücken trennen wollen, setzen vermehrt auf den Kleiderkreisel oder den Mädchenflohmarkt. Der Mamikreisel nimmt ebenfalls seit geraumer Zeit Fahrt auf und wird von vielen Eltern mit Vergnügen genutzt. Im Angebot befinden sich nicht nur Kleidungsstücke, sondern auch gebrauchtes Spielzeug und vieles mehr. Einen ähnlichen Weg schlug auch die mittlerweile ziemlich erfolgreiche Spielzeugkiste ein.

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