In Werbeanzeigen gibt sich der Energiekonzern RWE gerne grün und nachhaltig. Eine Zeit lang wurde dafür unter anderem der Slogan „voRWEg gehen“ genutzt. Tatsächlich handelt es sich aber noch immer um einen der größten CO2-Emittenten in ganz Europa. In Sachen Solarenergie hat der Konzern zudem noch einiges an Nachholbedarf. So kommen die RWE-Kohlekraftwerke auf eine Kapazität von 7,6 Gigawatt, während es bei den Solarparks des Unternehmens lediglich 3 Megawatt sind. Dieses Verhältnis soll sich in den nächsten Jahren aber deutlich verändern. Zum einen weil immer mehr Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Zum anderen aber eben auch durch den Bau neuer Solaranlagen. Teilweise soll beides sogar am selben Ort geschehen. Beispielhaft dafür steht das Kraftwerk Weisweiler mit dem angrenzenden Tagebau Inden. Aktuellen Planungen zufolge soll hier in sieben Jahren mit der Kohleverstromung Schluss sein. Spätestens dann wird auch der Tagebau eingestellt.


Bild: Brataffe, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Ein Energiespeicher sorgt für die nötige Flexibilität bei der Einspeisung

Mit dem Wasser der Rur soll dort dann ein gigantischer See entstehen, der bereits auf den Namen „Indenischer Ozean“ getauft wurde. Die Umsetzung dieses Vorhabens wird allerdings Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Ein Teil der für den Tagebau nicht mehr benötigten Flächen wird daher zunächst auf andere Art und Weise verwendet: Auf einem 100 Meter breiten und 1,4 Kilometer langen Streifen werden insgesamt 26.500 Solarmodule installiert. Der gesamte Solarpark wird somit auf eine Leistung von 14,4 Megawatt kommen und damit die Kapazitäten des Konzerns auf einen Schlag vervielfachen. Parallel dazu wird auch ein Energiespeicher installiert. Dieser nimmt den Strom auf, wenn das öffentliche Netz gerade ausgelastet ist und gibt ihn bei Bedarf wieder ab. Alles in allem investiert RWE rund elf Millionen Euro in diese besondere Form des Strukturwandels. Noch in diesem Sommer soll die Anlage dann erstmals sauberen Strom produzieren und in das Netz einspeisen.

Alte Tagebaustandorte bringen eine Reihe von Vorteilen mit sich

Der Standort in einem ehemaligen Tagebau wurde zudem nicht ausschließlich wegen der Symbolwirkung gewählt. Vielmehr bringt er eine ganze Reihe an Vorteilen mit sich. So besteht hier keine Konkurrenz um die Flächen, weil diese ohnehin nicht auf andere Art und Weise genutzt werden können. Ackerbau ist hier beispielsweise nicht möglich. Dadurch wiederum reduziert sich die Wahrscheinlichkeit von Bürgerprotesten. Außerdem ist die nötige Infrastruktur in Sachen Straßen- und Stromnetz bereits vorhanden. Dies reduziert die nötigen Investitionskosten. Hinzu kommt, dass RWE hier bereits über gute Kontakte zu den Kommunen verfügt. Dies kann die Genehmigungsverfahren beschleunigen. Es ist daher kein Wunder, dass der Konzern ähnliche Projekte auch an anderen Standorten plant. Denn aktuell werden die Kohlekraftwerke des Konzerns zwar noch einmal deutlich stärker benötigt als ursprünglich geplant. Eine dauerhafte Zukunft haben sie allerdings nicht.


Via: Wiwo

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