Heiner Hannen vom Lammertzhof in Kaarst bezeichnet sich und seine Mitarbeiter als »unverbesserliche Weltretter«, und das sind keine hohlen Worte. Mit viel Engagement setzen sie sich nicht nur für eine gesunde Landwirtschaft und bestmöglichen Umweltschutz ein, sondern sie behalten auch die Menschen aus dem lokalen Umfeld im Blick. Die Nachernte-Aktion im letzten Jahr stellt nur einen Baustein von vielen dar.


Möhren-Ernte mit bloßen Händen / Foto: Screenshot aus WDR-Doku (s. Webseite des Lammertzhofs)

20 bis 40 % aller Möhren und Kartoffeln werden aussortiert

Der Bio-Bauer ist der Überzeugung, dass sein Hof eigentlich doppelt so viele Leute ernähren könnte, wie er es aktuell tut, wenn nur die gesamte Ernte Verwendung finden würde. Leider nehmen die großen Märkte nur einwandfreie Waren an, verwachsene Möhren, gespaltene Radieschen und herzförmige Kartoffeln haben da keine Chance. Allein etwa 20 bis 40 Prozent aller Kartoffeln und Möhren werden aussortiert, weil sie ästhetisch durchs Raster fallen! Viele Möhren werden von der Erntemaschine auch gar nicht erfasst, sie verrotten ebenso wie die Reste des Fenchels, der Zitronenmelisse, der Roten Beete und des Mangolds im Feld.

150 fröhliche Nachernter fanden sich auf dem Acker ein

Weil Heiner Hannen dieses Elend nicht mit ansehen wollte, fertigte er sich Schilder aus Holz an, die auf die nachzuerntenden Bereiche hinwiesen. Dann lud er die Menschen aus der Umgebung ein, kostenlos in der Erde zu wühlen und sich nach Lust und Laune zu bedienen. 150 unternehmungslustige Nachernter fanden sich ein, auch viele Eltern mit ihren Kindern. Den Menschen bereitete es offensichtlich große Freude, sich auf Schatzsuche im Acker zu begeben und immer wieder kurios geformte Fundstücke zu feiern. Sie äußerten sich erstaunt darüber, welche Mengen an leckerem, gesunden Gemüse und frischen Kräutern noch vorhanden waren, und ließen sich mit ihren Schätzen gut gelaunt von Bauer Hannen fotografieren. Niemand hatte ein Problem damit, schlechte Stellen an einem Radieschen oder einer Kartoffel einfach abzuschneiden und den Rest zu verzehren! Auch der Landwirt freute sich über den Erfolg dieser Aktion, obwohl er keinen Cent dabei eingenommen hatte. Denn schließlich lässt sich ein satter Gewinn nicht nur durch einen prallen Geldbeutel beziffern!


Wir finden: eine nachahmenswerte Aktion, die nicht nur Spaß, sondern auch ganz viel Sinn macht!

Quelle: lammertzhof.net

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1 Kommentar

  1. eisvogel

    10. März 2018 at 23:15

    Ich weiß nicht, wie es euch beim Lesen des Beitrags geht aber irgendwie unlogisch.
    Da steht, „20 bis 40 % aller Möhren und Kartoffeln werden aussortiert“,
    Aufgrund des Aussehens und der Optik.
    Dann kommen diese 150 Nachernter,
    das heißt,
    es gab eine Vorernte,
    bei der natürlich nur die optisch korrekten Möhren und Kartoffeln mit dem Röntgenblick aus der Erde geholt wurden oder
    wurden die als unkorrekt Befundenen anschließend für die Nachernter wieder vergraben?

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