Was den Gebäudebau angeht, hat die Menschheit in den letzten 100 Jahren beeindruckende Fortschritte gemacht. In großen Städten gehören gewaltige Wolkenkratzer inzwischen zum Stadtbild, und das höchste Gebäude der Welt, der Burji Khalifa in Dubai, ragt mehr als 800 Meter in die Luft. Für Tiere können solche Bauten aber schnell gefährlich werden – insbesondere für Vögel. Forscher schätzen, dass allein in den USA jährlich zwischen 100 Millionen und einer Milliarde Vögel an den Folgen von Kollisionen mit gläsernen Gebäuden sterben.


Gefährliche Glasfasaden

Ein besonderes Negativbeispiel für diesen Zusammenhang ist die Stadt Chicago in den USA. Keine US-amerikanische Stadt hat mehr töte Vögel aufgrund von Kollisionen mit Gebäuden zu beklagen. Jedes Jahr migrieren etwa fünf Millionen Vögel auf dem Weg von Zentral- oder Südamerika nach Kanada durch die Stadt. Ein weiterer Ort mit vielen toten Vögeln ist der Bezirk Manhattan in New York.


Eine neue Studie untersuchte nun die Inzidenz von toten Vögeln durch den Zusammenstoß mit Gebäuden in den USA. Zu den besonders betroffenen Städten gehören auch Dallas, Houston, Los Angeles, Atlanta und St. Louis.

Die meisten Vögel migrieren bei Nacht, da die Temperaturen dann gemäßigter sind. Nachts sind jedoch auch hohe Gebäude hell erleuchtet, was die Tiere anlockt. Da die großen Glasflächen die umliegende Landschaft reflektiert, sehen die Vögel die Gebäude oft gar nicht oder zu spät.

We’re trying to raise awareness — trying to provide data and insight that could help„, so Kyle Horton, einer der Autoren der Studie.

Nun geht es um Lösungen

Eine der Probleme, die mit der Untersuchung von Vogelsterben einhergeht, ist die Erhebung verlässlicher Zahlen. In New York City etwa gibt es Freiwillige, die die toten Vögel im Herbst und Frühjahr einsammeln. Dabei werden pro Jahr zwischen 90.000 und 200.000 tote Tiere eingesammelt. Nach Schätzungen der Smithsonian Institution sterben so in den USA mindestens 100 Millionen Vögel pro Jahr, wenn nicht sogar bis zu einer Milliarde.

Die Forscher glauben, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, diese erschreckenden Zahlen zu senken. Nachdem das Problem nun erkannt wurde, geht es darum, Lösungen zu finden. So wäre es beispielsweise denkbar, hohe Gebäude zu den Migrationszeiten für einige Wochen abzudunkeln. Auch die Verwendung spezieller Glasarten sowie gedimmter Lichter beim Gebäudebau wäre eine Möglichkeit.

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1 Kommentar

  1. Dirk

    12. April 2019 at 12:43

    Bemerkenswert, daß man dazu von der „Muh Windräder schreddern Vögel!1!11!!“-Fraktion nie etwas hört.

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