Die Nichtregierungsorganisation „Transparency International“ gibt jedes Jahr einen Index heraus, der die Verbreitung von Korruption weltweit zeigen soll. Die einzelnen Staaten erhalten dabei einen Punktewert zwischen 0 und 100. Dabei gilt: Je höher die Zahl, desto niedriger die Korruption. Dementsprechend ist es besorgniserregend, dass der globale Durchschnitt bei lediglich 43 Punkten liegt. Schlimmer noch: Die Experten konstatieren, dass die Weltgemeinschaft in den letzten Jahren insgesamt kaum Fortschritte erzielt hat. Zwar gibt es immerhin 20 Länder, die seit dem Jahr 2012 einen deutlichen Anstieg ihres Werts verzeichnen konnten. Dazu gehören beispielsweise Argentinien und die Elfenbeinküste. Auf der anderen Seite war in 16 Staaten aber auch ein massiver Rückgang zu beobachten – etwa in Ungarn und der Türkei.


Die wahrgenommene Korruption deutet auf ein reales Problem hin

Wie korrupt eine Gesellschaft tatsächlich ist, lässt sich allerdings nur schwer messen. Denn natürlich gibt niemand zu, dass er bestechlich ist. Auch die Zahl der aufgedeckten Fälle, lässt keine wirklichen Rückschlüsse zu, sondern sagt letztlich mehr über die Qualität des jeweiligen Justizsystems aus. „Transparency International“ greift daher auf einen Trick zurück: Sie fragen die Menschen, wie stark sie die Korruption im eigenen Land wahrnehmen. Genau genommen handelt es sich also um einen Korruptionswahrnehmungsindex. In aller Regel gibt es aber eine starke Korrelation zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Korruption. Zusätzlich werden zudem noch verschiedene Experten befragt, um ein möglichst akkurates Ergebnis zu erhalten. Gedacht ist der Index nicht zuletzt, um die Aufmerksamkeit für das Thema zu erhöhen.


Deutschland liegt weltweit auf Platz elf

Schaut man sich die Ergebnisse der einzelnen Länder an, fällt auf, dass es je nach Region starke Unterschiede gibt. So schneidet Westeuropa mit einem Wert von 66 noch vergleichsweise gut ab, während Afrika südlich der Sahara im Schnitt nur auf 32 Punkte kommt. Deutschland gehörte im vergangenen Jahr übrigens zu den Ländern, bei denen der Wert gesunken ist – von 81 auf 80 Punkte. Insgesamt liegt man nun gemeinsam mit Großbritannien auf Platz elf. Am wenigsten Korruption gibt es demnach in Dänemark (88 Punkte) und Neuseeland (87). Wenige Überraschungen gibt es auf den hinteren Plätzen. Am verbreitetsten ist die Korruption demnach in Somalia mit lediglich 10 Punkten. Auch der Südsudan und Syrien schneiden mit jeweils 13 Punkten nur unwesentlich besser ab.

Via: Transparency International

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1 Kommentar

  1. David Kummer

    30. Januar 2019 at 16:30

    „“Zwar gibt es immerhin 20 Länder, die seit dem Jahr 2020 einen deutlichen Anstieg ihres Werts verzeichnen konnten.““
    Schöner Tippfehler.

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