Das Timing für die Gründung einer neuen Airline könnte vermutlich deutlich besser sein. Denn aktuell haben so gut wie alle Fluglinien weltweit mit massiven wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Der Grund: In Folge der Corona-Krise mussten die Flotten wochenlang auf dem Boden bleiben. Schon zuvor standen insbesondere Kurzstreckenflüge stark in der Kritik. Weil diese nicht unerhebliche CO2-Emissionen verursachen, machte sogar der Begriff der „Flugscham“ die Runde. Trotzdem haben Daniel Sander und Stefan Auwetter nun angekündigt, eine eigene Fluglinie für innerdeutsche Ziele ins Leben rufen zu wollen. Was auf den ersten Blick nach einer etwas verrückten Idee klingt, folgt doch einer gewissen Logik. Denn die beiden haben es sich zum Ziel gesetzt, das Fliegen deutlich nachhaltiger zu machen.


Mit diesem Flugzeugtyp wird die neue Airline unterwegs sein. Bild: Maarten Visser from Capelle aan den IJssel, Nederland / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)

Die Flugzeuge werden nur geleast

Ein Ansatzpunkt dabei: Der verwendete Flugzeugtyp. Hier setzt Green Airlines auf das Modell ATR72-500 des französischen Herstellers Avions de Transport Régional. Die Flugzeuge bieten Platz für 64 Passagiere und sind damit deutlich kleiner als etwa die von Lufthansa Cityline genutzten Modelle. Vor allem ist der Flugzeugtyp aber auch recht sparsam in Sachen CO2-Emissionen. Folgt man den Daten der Organisation atmosfair werden auf der Strecke zwischen Berlin und Karlsruhe rund 42 Kg CO2 ausgestoßen. Bei den von der Lufthansa genutzten Modellen liegt der entsprechende Wert rund dreimal so hoch. Green Airlines selbst wird zudem keine Flugzeuge kaufen. Diese verbleiben im Besitz einer dänischen Airline und werden lediglich geleast. Die Aufgabe der beiden Gründer besteht daher vor allem im Vertrieb, im Marketing und bei der Streckenplanung.

Die Emissionen der Passagiere werden ausgeglichen

Wenn man so möchte, wird also versucht, das grundsätzlich erfolgreiche Geschäftsmodell von Flixbus auf die Luftfahrt zu übertragen. Tatsächlich soll der CO2-Verbrauch pro 100 Passagierkilometer sogar niedriger liegen als bei Fahrten mit dem Auto oder der Bahn. Ganz emissionsfrei kann aber natürlich auch die neue Airline nicht fliegen. Deswegen sollen die Emissionen der Passagiere verpflichtend ausgeglichen werden. Theoretisch ist dies auch bei vielen anderen Fluglinien heute schon möglich. Hier müssen sich die Kunden aber bewusst für diese Option entscheiden und dann einen etwas höheren Preis zahlen. Bei Green Airlines sind hingegen die Tickets standardmäßig etwas teurer – eben weil mit einem Teil des Geldes Aufforstungsprojekte unterstützt werden. Ganz unumstritten ist diese Vorgehensweise allerdings nicht. Denn Klimaschützer betonen immer wieder: Emissionen vermeiden ist besser als sie auszugleichen.


Via: Business Insider

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