Elektroautos können zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Das ist das vorläufige Ergebnis eines Feldversuchs in Berlin, an dem 20 elektrisch angetriebene e-up! von Volkswagen mit 40 Fahrern beteiligt sind. Ohne die Möglichkeit, kurzfristig Strom ins Netz zu leiten, wenn Wind- und/oder Solarstrom plötzlich ausbleiben, oder Strom zu speichern, der keine Abnehmer findet, würde das öffentliche Stromnetz zusammenbrechen. Bisher stellen vor allem Kohlekraftwerke diese so genannte Regelenergie bereit, zudem auch Pumpspeicherkraftwerke und einige Großbatterien. Elektroautos können also einen gravierenden Beitrag zur Energiewende leisten.


Autobatterien stabilisieren das Stromnetz

Für den Berliner Test hat die SMA Solar Technology ein Ladegerät namens Sunny Wallbox entwickelt, das es ermöglicht, den Strom in beide Richtungen fließen zu lassen. Der Hamburger Stromanbieter Lichtblick steuerte seinen SchwarmDirigenten bei, eine Software, die die Elektro-Kleinwagen zu einer virtuellen Großbatterie zusammenschließen. Sie sorgt dafür, dass die Sunny Wallbox, die Fahrzeuge mit Strom versorgt, wenn er im Überfluss produziert wird. Bei Strommangel speisen die Autobatterien einen Teil ihrer Energie ins öffentliche Netz.


Spontane Ausfahrten sind riskant

Die Testfahrer müssen einige Regeln beachten. Immer dann, wenn ihr Fahrzeug am Ladegerät steht, muss es auch angeschlossen werden. Außerdem müssen sie ihre Fahrten exakt im Voraus planen und ihren nächsten Fahrwunsch in die Ladestation eingeben. Die sorgt dann dafür, dass für diesen Trip genügend Strom in der Bordbatterie bleibt.

Risiken und finanzielle Vorteile

Wer sein Elektroauto später in den Schwarm einbringt wird für die Bereitstellung von Regelenergie pauschal finanziell entschädigt. Zudem erhält er für jede eingespeiste Kilowattstunde deutlich mehr Geld als ihn der Bezug von Netzstrom kostet. Die genauen Preise werden an der Strombörse ausgehandelt. Andererseits tragen die Teilnehmer auch Risiken. Bei spontanen, also nicht angemeldeten Fahrten können sie mit leeren Akkus liegenbleiben. Außerdem verschleißen die Batterien möglicherweise schneller, wenn sie ständig auf- und entladen werden. All das soll in dem Feldversuch überprüft werden. Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik in Kassel wird zusätzlich die Auswirkungen der intelligenten Einbindung von Elektrofahrzeugen auf das Stromnetz simulieren.

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