Die Johan-Cruyff-Arena in Amsterdam bietet Platz für 54.033 Zuschauer und ist damit das größte Stadion in den Niederlanden. Von Beginn an wurde beim Bau des Stadions auch auf Nachhaltigkeit geachtet. So war es das erste Stadion in Europa, bei dem das Dach geschlossen werden konnte. Außerdem wurden insgesamt 4.200 Solarmodule installiert. Die dort produzierte Energie wird teilweise direkt im Stadion verbraucht, teilweise aber auch in das öffentliche Netz eingespeist. In einer Kooperation mit Nissan wird nun zudem ein Energiespeicher installiert. Dieser besteht aus 148 Batterien, die sonst beim weltweit meistverkauften Elektroauto – dem Nissan Leaf – zum Einsatz kommen. Ein Teil der installierten Akkus ist neuwertig, während ein Teil auch bereits ein Leben als Autobatterie hinter sich hat.


Foto: Janericloebe [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], from Wikimedia Commons

Mehr Strom kann direkt vor Ort verbraucht werden

Der neue Energiespeicher sorgt zum einen dafür, dass das Stadion auch im Falle eines Stromausfalls weiterhin versorgt werden kann. Vor allem soll die von den Solarmodulen produzierte Energie zukünftig aber intelligenter genutzt werden. So kann unter der Woche, wenn keine Veranstaltungen in dem Stadion sind, Strom gespeichert werden, der dann beispielsweise bei den Spielen von Ajax Amsterdam verbraucht wird. Auf diese Weise kann mehr des selbst produzierten Solarstroms direkt vor Ort verbraucht werden – was meist die kosteneffizienteste Methode ist. Außerdem können die freien Speicherkapazitäten auch vermarktet werden, wenn etwa die Netzbetreiber dringend Strom loswerden müssen. Auf diese Weise tragen die Autobatterien im Stadion auch zur Netzsicherheit in Amsterdam bei.

Viele Autobauer arbeiten inzwischen auch an Stromspeichern

Nissan spricht davon, dass es sich um den größten Energiespeicher aus Autobatterien in Europa handelt. Die Japaner sind aber keinesfalls die ersten Autobauer, die auch in das Geschäft mit Stromspeichern einsteigen. So verkauft Tesla bereits seit einigen Jahren die Powerwall – und produziert inzwischen sogar selbst Solarstrom. BMW wiederum kooperiert mit Vattenfall und speichert den Strom einer Offshore-Windanlage in alten Elektroauto-Batterien. Mercedes hingegen vertreibt in Großbritannien Stromspeicher für Privathaushalte und trägt mit Smart-Batterien zur Versorgungssicherheit in Hannover bei. Grundsätzlich scheinen die Autohersteller also nicht nur zusätzliche Kompetenz in Sachen Elektrotechnik aufzubauen, sondern auch zu versuchen, damit neue Geschäftsfelder zu erobern.


Via: Electrek

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