Als dem Emirat Dubai im Jahr 2009 in Folge der Finanzkrise das Geld auszugehen drohte, sprang gewissermaßen der große Bruder ein: Das Emirat Abu Dhabi übernahm einen Teil der anfallenden Ausgaben. Im Gegenzug musste unter anderem der Name des höchsten Gebäudes der Welt geändert werden. Aus „Burj Dubai“ wurde „Burj Khalifa“ – benannt nach dem Herrscher von Abu Dhabi Chalifa bin Zayid Al Nahyan. Das Geld war allerdings durchaus gut investiert. Denn Dubai entwickelte sich in den Folgejahren prächtig und konnte immer mehr Touristen anlocken. Das Emirat galt damit als Paradebeispiel dafür, wie es Golfstaaten gelingen kann, eine Wirtschaft unabhängig vom Öl aufzubauen. Doch das Coronavirus könnte nun die Aufbauarbeit der letzten Jahre und Jahrzehnte zunichtemachen. Denn Dubai plante in diesem Jahr mit zwanzig Millionen regulären Touristen. Weitere drei Millionen Besucher sollte die Weltausstellung im Herbst anlocken.


von Tim.Reckmann [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Vereinigten Arabischen Emirate leiden unter dem niedrigen Ölpreis

Die Fluglinie Emirates nutzt zudem den Flughafen des Emirats als Drehscheibe, um jährliche Millionen von Passagieren zu befördern. Doch alle Planungen lösten sich in Luft auf, als der internationale Touristenstrom in Folge des Coronavirus zum Erliegen kam. So sind die Strände Dubais inzwischen abgesperrt, die gigantischen Shopping Malls sind geschlossen, Hotels dürfen keine Gäste mehr aufnehmen und auch Emirates Airlines stellt nun vorübergehend den Betrieb ein. Alleine dadurch drohen dem kleinen Emirat schon gewaltige Einnahme-Ausfälle. Der Emir von Abu Dhabi dürfte diesmal zudem nicht in der Lage sein, großzügig einzuspringen. Denn der Verfall des Ölpreises in den letzten Wochen hat auch dessen Einnahmen massiv reduziert. Verschlimmert wird die Lage noch durch einige Besonderheiten der Wirtschaft Dubais abseits des Tourismus. So sind dort zahlreiche Immobilienfirmen angesiedelt, die im ganzen arabischen Raum in neue Projekte investiert haben. Auch hier führt das Coronavirus nun aber zu erheblichen Einnahmeausfällen.

Die Weltausstellung droht ebenfalls auszufallen

Hinzu kommt: Die eigentlichen Bauarbeiten werden in der Regel von Gastarbeitern aus Indien oder anderen asiatischen Ländern ausgeführt. Diese mussten im Zuge der Corona-Krise aber größtenteils das Land verlassen. Damit aber bricht ein weiterer Teil der Wirtschaft des Landes zusammen. Ob und wie Dubai diese Krise überstehen wird, dürfte vor allem davon abhängen, wie lange sie anhält. Aktuell gehen beispielsweise die meisten Experten davon aus, dass die Weltausstellung im Herbst abgesagt oder zumindest verschoben werden muss. Dies würde einen weiteren schweren Schlag für die Wirtschaft des Emirats darstellen. Umgekehrt gilt aber natürlich auch: Sollte die Expo doch stattfinden, könnte sie zu einer Art Symbol für die Rückkehr zur Normalität werden. Bis dahin aber sind staatliche Hilfen gefragt: Zunächst einmal haben die Vereinigten Arabischen Emirate nun ein Stimuluspaket in Höhe von 34 Milliarden Dollar aufgelegt.


Via: Handelsblatt

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