Mobile Payment – also das Bezahlen mit dem Mobiltelefon – gilt als großer Trend der Zukunft. Mit Samsung, Apple und Google haben jedenfalls die Schwergewichte der IT-Branche bereits eigene Systeme auf den Markt gebracht. In Deutschland sind die Bürger allerdings noch skeptisch, was die neue Bezahlmethode angeht. Anders sieht dies in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern aus. Dort besitzen viele Familien kein eigenes Konto, sodass mobile money dort eine deutlich größere Rolle spielt. So gibt es in Kenia nur 2.700 Geldautomaten, aber 96 Prozent der Haushalte besitzen ein Mobiltelefon mit dessen Hilfe Geld verschickt oder Einkäufe getätigt werden können. Anders als beim Online-Banking ist dafür nicht einmal eine Internetverbindung notwendig – die Aufträge können auch per SMS erteilet werden.


By Raidarmax (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
By Raidarmax (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Mobile money hilft besonders den armen Haushalten

Eine Studie der Forscher William Jack von der Georgetown University und Tavneet Suri vom MIT hat nun untersucht, wie sich die flächendeckende Verbreitung von mobile money auf die finanzielle Situation der Bevölkerung auswirkt. Das Ergebnis: In der Regel ließ sich eine Verbesserung nachweisen. In konkreten Zahlen bedeutet dies: Rund zwei Prozent der Haushalte – also circa 194.000 Menschen – konnten durch den Einsatz der mobilen Bezahlmethode die Armutsgrenze überwinden. Wirklicher Reichtum entsteht durch das mobile payment aber natürlich auch nicht: Die Armutsgrenze liegt bei zwei Dollar je Tag und Haushalt. Trotzdem ist die festgestellte Verbesserung aber natürlich positiv zu sehen.

Die Kosten der Geldtransfers sind enorm gesunken

Die Wissenschaftler führen den Befund dabei vor allem auf zwei Gründe zurück. Zum einen sind die Kosten des Geldtransfers enorm gesunken. Dies gilt insbesondere für Familien, bei denen der Vater oder ältere Kinder in den größeren Städten arbeiten. Diese können nun vergleichsweise problemlos und kostengünstig Geld nach Hause überweisen. Früher mussten dafür enorme Gebühren bezahlt werden oder die Personen mussten sogar persönlich nach Hause fahren. Zum anderen erleichtert das einfache versenden und empfangen von Geldzahlungen auch die Gründung einer Geschäftstätigkeit. Die Ausbreitung von mobile Payment sorgte daher dafür, dass viele Familien sich nun mit einem eigenen kleinen Business über Wasser halten können.


Via: Popsci

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.