Der NDR meldet, dass seit dem Jahr 2002 bis heute offiziell 158 Seeadler in Deutschland von Windkraftanlagen getötet wurden. In dieser Rechnung nicht enthalten sind Tiere, die (teilweise schwer) verletzt wurden und nicht gemeldete Todesfälle. Die Zahl liefert Sprengstoff für Tierschützer und Anlagenbetreiber. Strenge Gesetze sollen für mehr Sicherheit sorgen und den Frieden wieder herstellen.


Von Christoph Müller (http://www.christophmueller.org)Eigenes Werk, CC-BY 4.0, Link

Rotorblätter mit Geschwindigkeiten von über 400 km/h

Eine Windkraftanlage in Höchstform schafft bis zu Umdrehungen pro Minute, dabei erreichen die Rotorblätter eine Geschwindigkeit von über 400 km/h. In der Tierwelt sind schnelle Bewegungen dieser Art unbekannt, darum geraten nicht nur Vögel, sondern auch Fledermäuse und Insekten regelmäßig in den Gefahrenbereich und lassen dort ihr Leben. Auch die imposanten Seeadler sind dagegen natürlich nicht gefeit, manche von ihnen können nach einem Unfall wieder aufgepäppelt werden. Andere wiederum werden förmlich durchgehackt oder bleiben für alle Zeiten flugunfähig. Insgesamt gibt es bereits etwa 30.000 Windkraftanlagen in Deutschland, die Tendenz ist steigend.

»Die Windkraft gefährdet nicht die Population«

Doch auf der anderen Seite nimmt auch die Anzahl an Seeadler-Paaren zu, ungefähr 700 sollen es in ganz Deutschland im Jahr 2017 gewesen sein. Die Anlagenbetreiber sagen deshalb auch ganz folgerichtig: »Die Windkraft gefährdet nicht die Population der Adler«. Ein anderes ihrer Argumente geht in die Richtung, dass verunfallte Seeadler vergleichbar wären mit Fußgängern, die auf der Straße vom Auto angefahren werden. Ein trauriges Schicksal zwar, aber eben unvermeidlich.


Die Tierschützer wiederum fordern, von Brutpaaren einen Abstand von mindestens 3.000 Metern einzuhalten, und falls das Revier noch größer ist, auch den 6.000-Meter-Radius zu schützen. Entsprechende Gesetze sind in Niedersachsen und Schleswig-Holstein bereits in Kraft, doch die Windenergieunternehmen klagen regelmäßig dagegen. Sie möchten in den sogenannten Windvorrangflächen näher an die Horste heranrücken und setzen darauf, den Bereich um die Anlagen herum »für Seeadler unattraktiv zu machen«. Während der Aufzuchtzeit der Jungen einige Windräder abzustellen, kommt für sie nicht infrage, dann wären die finanziellen Einbußen einfach zu hoch.

Im Landkreis Cuxhaven brüten 5 Seeadler-Paare, umgeben von ungefähr 500 Windrädern. Dieses Mengenverhältnis klingt erst einmal ungut, aber wie wird es sich in Zukunft entwickeln? Das weiß aktuell niemand so recht.

Quellen: ndr.de, spiegel.de

 

3 Kommentare

  1. Dierk Kallendorf

    24. August 2019 at 17:50

    Ich habe mir die Quellen angeschaut und frage mich wo die Zahlen her kommen…Vor allem finde ich im Artikel keine Informationen über Todesfälle auf Autobahnen, an Glasfassaden, an Bahnstrecken. Wass oll der Artikel also??

  2. Jan

    26. August 2019 at 21:19

    Kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Unnötiger Text mit fragwürdigen Quellen. Leider bei Frau Salmen öfters der Fall.

  3. Yvonne Salmen

    27. August 2019 at 11:18

    Die Zahlen sind in den Quellen enthalten (recherchiert durch die Journalisten von NDR und Spiegel). Das Thema lautet: Seeadler und Windkraftanlagen. Genau das ist übrigens auch das Thema des verlinkten Videos vom NDR, dessen Redaktion offensichtlich die verarbeiteten Fakten für wichtig genug hielt, um sie zu veröffentlichen. Wenn ein kurzer Info-Artikel das Thema Seeadler und Windkraftanlagen behandelt, dann dreht er sich genau um dieses Thema und nicht um sämtliche anderen Aspekte des Ablebens von Seeadlern. Die Kollegen vom NDR machen es übrigens in ähnlicher Weise vor. Ein Beispiel: Wenn ein Artikel das Thema Kinderarmut in Deutschland behandelt, dann muss darin nicht unbedingt vorkommen, dass viele Kinder im Kongo in Kobaltminen arbeiten, um irgendwie zu überleben.
    Die einen mögen den Tod von Seeadlern an Windkraftanlagen relevant finden, die anderen nicht. Es ändert aber nichts an den Fakten.

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