Manchmal twittert Tesla-Chef Elon Musk schneller als die Börsenaufsicht erlaubt. So kündigte er vor kurzem an, er denke darüber nach, das Unternehmen wieder von der Börse zu nehmen. Ein solcher Schritt ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich. So vollzog etwa auch der Computerhersteller Dell vor einigen Jahren einen vollständigen Rückzug. Problematisch war allerdings das Ende von Musk Tweet: „Finanzierung gesichert“ stand dort. Später musste der Manager allerdings einräumen, dass es lediglich erste Gespräche mit dem Staatsfonds von Saudi-Arabien gab. Dieses Geständnis hatte zwei Dinge zur Folge. Zum einen ermittelt seitdem die Börsenaufsicht gegen Musk und Tesla. Der Verdacht: Durch die falsche Behauptung könnte der Börsenkurs bewusst manipuliert worden sein – etwa um Spekulanten zu schaden, die gegen die Tesla-Aktie gewettet hatten.


Musk wollte keinen anderen Autokonzern als Teilhaber

Außerdem beauftragte Musk die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley sowie die Beteiligungsgesellschaft Silver Lake nun tatsächlich nach Geldgebern für den Börsenrückzug zu suchen. Vor wenigen Tagen konnten die Banker eine erste Liste potentieller Investoren präsentieren, die bereit waren insgesamt rund 30 Milliarden Dollar bereit zu stellen. Doch dann zog Musk die Notbremse und entschied sich, doch an der Börse zu bleiben. Ein Grund dafür könnte die Tatsache gewesen sein, dass zu den bereitstehenden Investoren auch der Volkswagen-Konzern gehörte. Auch wenn noch gar nicht konkret ausgehandelt wurde, welche Mitspracherechte die neuen Teilhaber erhalten sollten, behagte Musk der Gedanke, einen anderen Autokonzern als Investor an Bord zu haben, überhaupt nicht. Die Tesla-Aktie reagierte auf den zumindest teilweise daraus resultierenden Sinneswandel mit leichten Verlusten.


Volkswagens Elektro-Strategie ist ambivalent

Volkswagen selbst wollte das Angebot bisher nicht kommentieren. Daher lässt sich auch nur darüber spekulieren, welche Pläne die Manager des Konzerns mit ihrer Offerte verfolgten. Zumindest ist die Geschichte aber ein Anzeichen dafür, dass dem Elektroantrieb bei VW eine wichtige Rolle zugebilligt wird. In der Vergangenheit hatte Volkswagen mit einigen interessanten Elektro-Ansätzen für Aufsehen gesorgt – so etwa dem I.D. Buzz, einer modernen Variante des legendären Bulli. Oftmals wurden aber auch einfach nur existierende Modelle mit einem Elektromotor versehen. Aus dem VW Golf wurde so der VW e-Golf. Erst in den nächsten Jahren sollen vermehrt Fahrzeuge auf den Markt kommen, die von Anfang an als Elektroautos konzipiert wurden und so die Vorteile der Technologie noch besser zur Geltung bringen können.

Via: FAZ

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