Wer regelmäßig Blut spendet, der weiß wie wichtig jede einzelne Konserve ist. Besonders rar ist Spenderblut der Blutgruppe 0, wie jüngste Meldungen zeigen. So rief beispielsweise der DRK-Blutspendedienst Frankfurt Mitte Februar dazu auf dringend Blut zu spenden und teilte den Aufruf in den Medien. Es hieß damals, dass Blut und Blutpräparate für die Blutgruppe 0 Rhesus negativ nur noch einen Tag halten würden. Dass es manchmal knapp werden kann, ist durchaus keine Seltenheit. Zwar spenden in Deutschland viele Menschen Blut, allerdings werden auch große Mengen an Konserven benötigt. Forscher der British Columbia Universität haben nun ein spezielles Enzym züchten können, welches jedes Spenderblut, egal ob Blutgruppe A, B oder AB, in universal einsetzbare Blutkonserven verwandelt.


Blut

Spezielle Enzyme spalten Antigene ab

Forscher arbeiten schon seit längerer Zeit daran mit der Hilfe von aus Bakterien gewonnen Enzymen die je nach Blutgruppe enthaltenen Antigene A und B entsprechend abzutrennen und somit aus dem Spenderblut Universalkonserven zu machen. Im Optimalfall hätte das „gereinigte“ Blut die selben Eigenschaften wie die Blutgruppe 0. Bisher hielten sich die Resultate jedoch in Grenzen. Einige Enzyme zeigten kaum nennenswerte Erfolge auf. Wissenschaftler der British Columbia Universität haben sich von den nicht zufriedenstellenden Ergebnissen jedoch nicht beirren lassen und fuhren mit den Untersuchungen fort.


Mutiertes Enzym ist 170 Mal effizienter als herkömmliche „Säuberer“

Nun steht das Team kurz vor einem Medizinischen Durchbruch. Schließlich konnte ein mutiertes Enzym hergestellt werde, welches deutlich effizienter arbeitet als bisherige Erzeugnisse. Auf den Punkt gebracht arbeitet das mutierte Enzym 170 Mal effizienter und kann somit innerhalb kürzester Zeit die Antigene im Spenderblut abtrennen um dieses universal einsetzbar zu machen.

Ersten Tests im Labor zufolge konnte ein Großteil der Antigene aus dem Blut entfernt werden. Bis das neue Verfahren bei richtigen Blutkonserven angewendet werden kann und auch darf, werden noch ein paar Testreihen in das Land gehen. Die Wissenschaftler betonen, dass größtenteils, die Antigene abgetrennt werden konnten. Für potentielle Empfänger des „gereinigten“ Bluts bestünden keinerlei Gefahren zu erkranken. Schließlich schaden einige inkompatible Antigene nicht weiter, so die Experten.

Die Forscher haben ihre Ergebnisse im Journal of the American Chemical Society niedergeschrieben. Mit Hilfe dieses neuen Verfahrens könnte die Blutspende in der nahen Zukunft effizienter gestaltet werden. So käme es nicht mehr zu einem Mangel bestimmter Blutgruppe. Zudem dürfte auch ein Überschuss von Spenderblut verbreiteterer Blutgruppen vermieden werden.

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