Donald Trump ist bekannt als der Meister der groß klingenden Ankündigungen. So gab er vor einiger Zeit die Gründung der sogenannten US Space Force bekannt. Diese soll die Sicherheit im Weltall garantieren und stellt die sechste Teilstreitkraft der Vereinigten Staaten dar. Deutsche Militärexperten halten die Unterscheidung zwischen Luftwaffe und Spezialkräften für den Weltraum allerdings für weitgehend unnötig. Folgerichtig geht die Bundeswehr in diesem Punkt auch einen anderen Weg. So wurde in Uedem in Nordrhein-Westfalen zwar ein neues Operationszentrum zur Überwachung des Weltraums in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich aber nicht um eine neue eigenständige Teilstreitkraft. Stattdessen wird die Arbeit unter dem Dach der Luftwaffe organisiert. So wurden auch nicht alle Mitarbeiter neu angestellt, sondern teilweise auch bereits vorhandene Ressourcen gebündelt.


Bild: Bundeswehr/Kommando Luftwaffe

Der Schutz von Satelliten hat an Bedeutung gewonnen

Das Ziel des neuen Operationszentrums ist es, mögliche Gefahren im Weltraum zu beobachten und möglichst früh eine Warnung auszusprechen. Der Hintergrund: Auf der einen Seite gewinnt die Funktionsfähigkeit der Satelliten im Weltraum immer stärker an Bedeutung, weil sich zahlreiche neue Dienste auf diese Form der Kommunikation stützen. So könnte ein Defekt zukünftig nicht nur den Ausfall des Fernsehbilds zur Folge haben, sondern etwa auch dafür sorgen, dass autonome Autos nicht mehr korrekt navigieren können. Auf der anderen Seite ist die Gefahr einer Beschädigung der Satelliten aber stark angewachsen. Dies kann durch direkte Angriffe von Terroristen oder feindlichen Staaten der Fall sein. Gleichzeitig steigt aber auch die Gefahr einer folgenschweren Kollision mit Weltraumschrott. Mithilfe des Radarsystem GESTRA und des Weltraumbeobachtungsradar TIRA sowie mehreren Teleskopen sollen die Soldaten die Gefahrenlage daher beständig im Auge behalten.

Einemilitärische Antwort direkt im Weltall ist nicht möglich

Zusätzlich wird auch das „Weltraumwetter“ beständig kontrolliert, um etwaige Störungen der Kommunikation frühzeitig durch Gegenmaßnahmen umgehen zu können. Anders als die US Space Force verfügt die Bundeswehr allerdings nicht über die Fähigkeit, Attacken im Weltraum selbst abzuwehren. Hier müsste man im Zweifelsfall auf eine doppelte Strategie setzen. Zum einen könnte man sich an die Vereinigten Staaten wenden und um Hilfe bitten. Zum anderen könnte die Antwort auch auf dem Boden erfolgen. So würde im Ernstfall eines staatlichen Angriffs auf einen wichtigen Satelliten wohl vor allem versucht werden, diplomatischen Druck aufzubauen. Auch passive Abwehrmanöver sind möglich. Wird beispielsweise ein Satellit mithilfe eines Laserstrahls angegriffen, wäre es denkbar diesen so wegzudrehen, dass er keiner unmittelbaren Gefahr mehr ausgesetzt ist. Aktuell arbeiten in Uedem rund fünfzig Mitarbeiter in der Weltraumbeobachtung. Mittelfristig soll sich diese Zahl verdreifachen.


Via: Bundeswehr

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