Vor vielen Jahrzehnten waren es erste Fotomontagen, die für Verwirrung und Belustigung sorgten: Manipulierte Bilder gaukelten vor, was es in Wirklichkeit nicht gab. Diese Technik wurde im Zuge der Digitalisierung perfektioniert, sodass wir inzwischen von gefakten Bildern umgeben sind. Besonders gern greift die Werbung auf überarbeitetes Material zurück, aber auch private Profilbilder in den sozialen Medien sind häufig »schöngefiltert«. Jetzt greift dieser Trend auf den Videosektor über.


Deepfake in Aktion / Foto: Screenshot aus Youtube-Video s.u.

Jordan Peele machte schon 2018 auf Deepfakes aufmerksam

Sie heißen Deepfakes und sie täuschen eine Wirklichkeit vor, die es gar nicht gibt. Die Menschen vertrauen derzeit noch immer auf das, was sie im Video sehen, darum können diese Manipulationen enorm gefährlich werden. Was sich mit den digital veränderten Filmen alles anstellen lässt, führte uns der Regisseur Jordan Peele schon 2018 vor Augen, als er ein Video mit Barack Obama als Hauptdarsteller vorführte. In dieser kurzen Sequenz bezeichnete der Ex-Präsident seinen Nachfolger Donald Trump unter anderem als »kompletten Vollidioten«. In Wahrheit dürfte Obama solche Worte nie in den Mund genommen haben.

Video: Das hat Barack Obama nie gesagt!


Die Entwicklung geht rasend schnell vonstatten

Filmprofis und künstliche Intelligenzen lassen sich mit den heutigen Mitteln noch nicht hinters Licht führen. Das heißt, Deepfakes sind längst noch nicht völlig stichfest, aber sie befinden sich auf dem Weg dorthin. Die Entwicklung weist jedenfalls in Richtung Perfektion, und sie geht schneller vonstatten als gedacht. Wie lange können wir also noch glauben, was wir vor Augen sehen und mit den Ohren hören? Denn: Auch Stimmen lassen sich täuschend echt kopieren, das zeigt das besagte Obama-Video sehr deutlich. Zudem haben sich innerhalb von zwei Jahren die gefakten Videos im Netz verdoppelt, und wahrscheinlich steht uns bald schon ein Fake-Tsunami bevor.

Sogar Tote stehen virtuell wieder auf

Das Wort »Deepfake« setzte sich zusammen aus dem englischen Wort »deep learning« und dem allseits bekannten Begriff »fake«. Deepfakes entstehen durch Einsatz künstlicher Intelligenz aus gewaltigen Datenmengen, die der Computer zu einer eigenen virtuellen Wirklichkeit zusammenfügt. Sogar Tote könne auf diese Weise wieder auferstehen, einen ersten Beweis lieferte das Filmteam von »Fast & Furious«, als es den verstorbenen Paul Walker im Jahr 2015 zurück in die Handlung holte. Vor fünf Jahren war technisch schon sehr viel möglich, aber im Vergleich zu heute erscheint dieser Coup fast schon wie ein Taschenspielertrick.

Deeper metrics of Christmas: ein Deepfake-Video

Quelle: fokus.swiss 

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