Handys am Steuer sind ein ernst zu nehmendes Problem. Nach Schätzungen der US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit entstehen 80 Prozent aller Unfälle, weil einer der Beteiligten Fahrer abgelenkt war. Dafür muss natürlich nicht immer die Nutzung des Handys der Grund sein – es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, weshalb Autofahrer nicht mit voller Konzentration bei der Sache sind. Die Handy-Nutzung stellt aber eine Besonderheit dar, weil sie grundsätzlich und konkret verboten ist. Aus gutem Grund: Ein nüchterner Fahrer, der nebenbei sein Handy nutzt, hat in etwa die Reaktionsfähigkeit eines handyfreien Fahrers mit 0,8 Promille.


Theoretisch gibt es nun drei Möglichkeiten gegen diese weit verbreitete Unsitte vorzugehen: Bestrafung, Aufklärung und Belohnung. Für die konsequente Ahndung von Verstößen ist die Polizei zuständig. Alleine in Nordrhein-Westfalen registrierten die Ordnungshüter dabei im letzten Jahr mehr als 100.000 Verstöße. Betroffene müssen dann mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Aufklärungskampagnen können zudem auch – zumindest teilweise – erfolgreich sein. Forschungen von US-Wissenschaftlern haben ergeben, dass gut die Hälfte der Autofahrer ihr Verhalten, nachdem sie entsprechenden Kampagnen ausgesetzt wurden, änderte. Wie lange dieser Effekt allerdings anhält, und ob nach einer gewissen Zeit eine Abstumpfung einsetzt, ist noch nicht vollständig erforscht.


Es gibt nur eine Aufgabe: Hände weg vom Handy!

Die Handy-App „SafeDrive“ hingegen möchte die Problematik angehen, indem verantwortungsvolle Autofahrer belohnt werden. Fahrer müssen sich dazu lediglich die App runterladen und diese vor Beginn einer Autofahrt aufrufen. Während der Fahrt besteht dann die einzige Aufgabe darin, die Finger vom Handy zu lassen. Besteht der Nutzer diesen Test kann er – je nach Dauer und Länge der Fahrt – Punkte sammeln. Diese wiederum lassen sich dann bei Partnerunternehmen gegen Rabatte und Vergünstigungen eintauschen. Ein Fahrer, der doch einmal schwach wird, erhält zudem eine letzte Warnung. Legt er das Handy dann sofort wieder aus der Hand, kann er einen Teil seiner Punkte retten.

App ist eine niederländisch-rumänische Gemeinschaftsarbeit

Seinen Punktestand kann man zudem auch mit anderen Nutzern der App teilen und vergleichen. So soll eine gewisse Gruppendynamik entstehen, die zu dem gewünschten Verhalten der Nutzer führen soll. Bisher allerdings können sich lediglich Nutzer von Android- und Windows-Handys die App herunterladen, für Apple-Handys gibt es noch keine entsprechende Anwendung. Entstanden ist die Idee in Zusammenarbeit zwischen der niederländischen Firma „XL Team“ und dem rumänischen Unternehmen „KNS“. Eine deutsche Version existiert bisher nicht – es kann aber die englische Variante heruntergeladen werden.


Quelle: Springwise

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