Im Ramen der Konferenz des weltgrößten Wissenschaftsverbands AAAS (American Association for the Advancement of Science) im kalifornischen San Jose, stellten Experten die neusten Technologien vor, die in Zukunft im Krankenhaus zum Einsatz kommen, um Menschen ein neues Leben schenken zu können.


Hörsaal OP

Hightech im Krankenhaus

Angefangen beim virtuellen OP-Tisch bis zu Kontaktlinsen mit integrierten Teleskopen und Gesichtsimplantaten aus dem 3D-Drucker, sind so manch technische Innovationen dabei, die auch Zukunftspotential haben. Auf einer Konferenz in den USA stellten Forscher ihre neusten Erfindungen vor.


Virtueller OP-Tisch

James Mah von der Universität von Nevada in Las Vegas ist Arzt und Forscher. Auf der AAAS-Konferenz stellte Mah seine Technologie vor, die virtuelle 3D-Kopien von den Patienten ermöglicht. Die 3D-Bilder werden mit der Hilfe von gewonnen Daten aus Kernspin- und Computertomographien gefertigt. Anschließend werden die Bilder dann auf einen mannsgroßen Computerbildschirm projiziert, der einem OP-Tisch gleicht. Mit Hilfe der Bilder und dem virtuellen OP-Tisch können Operationen geübt und Diagnosen im Vorab besser gestellt werden.

Kontaktlinsen mit Zoom-Funktion

Der Forscher Eric Tremblay arbeitet ebenfalls an einer spannenden Technologie, die eines Tages vielen Menschen ein unbeschwerteres Leben bescheren könnte. Sein Steckenpferd sind Kontaktlinsen mit eingebauten Teleskopen. Was sich zunächst schmerzhaft anhört, ist eine Lösung im Nanotechnologie-Bereich. Die speziellen Kontaktlinsen verfügen in Kombination mit einer Brille über die Eigenschaft per Augenzwinkern eine Lupenfunktion zu aktivieren. Tremblay nutzt bereits erste Prototypen im Alltag. Der schweizer Forscher ist ziemlich zuversichtlich, dass die neuen Kontaktlinsen in zwei Jahren reif für den Markt sind und Menschen mit starker Sehschwäche helfen können.

Prothesen aus dem 3D-Drucker

Suzanne Verma ist eine junge und sehr ehrgeizige Anaplastologin im Krankenhaus in Dallas. Mit einer Videopräsentation sorgte die Experten für plastische Prothesen für Gänsehautfeeling bei den anwesenden Zuschauern. Sie erzählte die Geschichte von Billy Crawford. Bei dem 61 jährigen wurde Krebs diagnostiziert. Wenig später, nach der Diagnose, entdeckte der lebensfrohe Mann einen schwarzen Punkt auf der Nase. Es folgte eine Behandlung per Chemotherapie. Crawford fühlte sich zunehmend schwächer, zudem begann sein Gesicht vermehrt an zu schmerzen. Binnen weniger Stunden fraß sich ein aggressiver Pilz, hervorgerufen als Nebenwirkung der Chemotherapie, durch das Gesicht des Mannes. Von der Haut im Gesicht blieb nicht mehr viel übrig. Der Mann war komplett entstellt.

Mit der Beigabe, dass Crawford nur noch einen Tag zu leben hatte, wurde er von den behandelnden Ärzten entlassen. Der Texaner wollte sich seinem Schicksal jedoch stellen und suchte kurzerhand Hilfe im Krankenhaus in Dallas. Suzanne Verma nahm den Mann auf und begann ohne zu zögern mit der Behandlung. Auf der AAAS-Konferenz gab sie bekannt, dass Crawford ein absoluter Härtefall war. „Aber er ist auch bis heute der Patient, der mich am meisten beeindruckt und inspiriert hat. Seine positive Grundhaltung zum Leben war einfach toll.“, ergänzte die junge Frau. Aufgrund der starken Schwächung des Körpers, kam eine Gesichtsimplantat nicht in Frage. Ein Vergleich der computertomographischen Daten von Crawford vor und nach der Infektion lieferte wichtigen Daten für eine zunächst am PC erstellte Gesichtsprothese. Die Prothese sollte per Magnetimplantate in den Gesichtsknochen fixiert werden. Crawford konnte diese dann nach Belieben abnehmen und wieder anstecken. Suzanne Verma gab dem Chirurgen vor, welche Stellen am besten für die Implantate geeignet seien und packte die Daten auf einem USB-Stick. Parallel dazu fertigte Suzanne Verma die Prothese mit einem 3D-Drucker an.

„Ich kann wieder mit meinem Auto in die Stadt fahren, aussteigen und Freunde besuchen. Ich kann wieder in die Kirche gehen. Ich kann wieder ins Leben zurückkehren“, so der Texaner. „So schlecht wie es mir auch ging, es gibt Menschen, denen geht es noch schlechter. Man darf nicht in seinem Selbstmitleid ertrinken.“ Die Worte ertönten in einem Video, das Suzanne Verma auf der AAAS-Konferenz abspielte und Billy Crawford nach Erhalt der neuen Gesichtsprothese zeigte. Billy Crawford starb 2013. Den Ärzten, die  Crawford nur noch einen Lebenstag prognostizierten, machte er einen großen Strich durch die Rechnung.

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