Das Phänomen ist aus vielen Innenstädten bekannt: Ein Unternehmen lässt Flyer verteilen und schon hinter der nächsten Straßenecke findet man die Papiere auf der Straße wieder. Viele nehmen also offensichtlich den Flyer, lesen ihn kurz und lassen ihn dann achtlos fallen. Ähnliches lässt sich beispielsweise auch bei Fast Food Verpackungen beobachten. Oft ist deshalb der Hinweis aufgedruckt, die Produkte bitte nicht einfach auf den Boden zu werfen. Britische Forscher des „Centre for Behaviour and Evolution“ haben nun eine neue Methode entwickelt, Müll auf der Straße zu verhindern: Sie integrierten Augen in einen Teil ihrer Flyer.


Der rechte Flyer wurde deutlich seltener auf den Boden geschmissen. Foto: Via: Peerj.com
Der rechte Flyer wurde deutlich seltener auf den Boden geschmissen. Foto: Via: Peerj.com

Das Unrechtsbewusstsein ist bereits vorhanden

Der erstaunliche Effekt: Während von den normalen Flyern 15,6 Prozent auf dem Boden landeten, sank dieser Wert durch den Augenaufdruck auf nur noch 4,7 Prozent. „Unsere Studie zeigt, dass die Präsenz von aufgedruckten Augen, kooperatives Verhalten befördert und wir vermuten, dies liegt daran, dass die Leute sich beobachtet fühlen“, erklärt Professor Daniel Nettle, der, zusammen mit seiner Kollegin Professor Melissa Bateson, das Experiment durchführte. Dies bedeutet aber auch: Grundsätzlich ist den allermeisten Menschen bewusst, dass der Müll nicht auf die Straße gehört. „Die Leute wissen, dass es unsozial ist – deshalb reichte der Aufdruck der Augen aus“, so Nettle weiter.

Flyer werden länger behalten und entfalten so mehr Wirkung

Die Wissenschaftler gehen dabei davon aus, dass ihre Forschungsergebnisse auch für viele Unternehmen von Interesse sein könnten. Denn Flyer, die nicht sofort weggeworfen werden, werden unter Umständen später noch einmal betrachtet. Die Werbewirkung lässt sich so auf recht simple Art und Weise erhöhen. Auch Fast Food Produzenten dürften ein Interesse daran haben, dass ihre Verpackungen ordnungsgemäß entsorgt werden. Das grundsätzliche Prinzip könnte zudem auch in anderen Bereichen Anwendung finden. Nämlich überall dort, wo Menschen dazu neigen – in unbeobachteten Momenten – eigentlich als falsch erkannte Verhaltensweisen an den Tag zu legen.


Via: Treehugger

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